Zum ersten Mal vereint: „Jule“, offener und gedeckter Meterspurwagen
Das Trio ist komplett: Zum ersten Mal präsentieren sich die Forster Stadteisenbahn, ein gedeckter Güterwaggon sowie ein offener Meterspurwagen gemeinsam im „Forster. Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz“. Mit dem Umzug des offenen Meterspurwagens aus der „Traumfabrik“ in der Max-Fritz-Hammer-Straße in das ehemalige Textilmuseum ist auch das letzte noch fehlende Puzzle-Teil gesetzt.
Der Meterspurwagen der ehemaligen Meißner Straßenbahn, hergestellt zwischen 1905-1907 von der Firma Hoffmann in Breslau, wurde durch einen Ringtausch vom Museumsverein 2018 erworben und von Vereinsmitgliedern und regionalen Firmen aus Forst (Lausitz), Vetschau und Simmersdorf rekonstruiert. Zuvor war der Wagen von 1941 bis 2009 auf der Nordseeinsel Langeoog im Einsatz.
Die Grundsubstanz dieses historischen Güterwagens ließ eine geschichtliche Wiederherstellung durch Annäherung an historische Vorbilder solcher Meterspurwagen zu, wie sie auch bei der Forster Stadteisenbahn im Einsatz waren.
Am 24. April 2026 rückten Mitglieder des Museumsvereins an, um den offenen Wagen aus einer stillgelegten Produktionshalle der ehemaligen Textilfabrik Adolf Noack in der Max-Fritz-Hammer-Straße nach der Fertigstellung der Umbaumaßnahmen im ehemaligen Textilmuseum zu seinem endgültigen Platz im Ausstellungskomplex zur Geschichte der Forster Stadteisenbahn umzusetzen.
Kein leichtes Unterfangen, denn um den Wagen zunächst ins Freie zu bekommen, mußte der Wagen mittels Hubwagen und Gabelstapler angehoben und etwas in Richtung Ausgang geschoben werden. Der gut 4 Tonnen schwere Güterwaggon wurde danach um 90° gedreht und weiter per Muskelkraft ins Freie bugsiert. Nur wenige Zentimeter Platz war zwischen dem Waggon und dem Torrahmen der Einfahrt zur Lagerhalle.
Ein Schwerlastkran der Fa. Mattig & Lindner hob den Meterspurwagen auf einen Tieflader, wo er in 200 Meter Luftlinie auf dem Hof des Industriemuseums wieder abgeladen wurde und seinen endgültigen Stellplatz erhielt.
Die Irrfahrten der drei historischen Fahrzeuge sind damit beendet. Während die Lok Nr. 36 der Forster Stadteisenbahn auf ihrem Weg vom Dresdner Verkehrsmuseum in die Ausstellung im Forster Industriemuseum einen 13 jährigen Zwischenstopp im Gerätehaus Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Forst (Lausitz) einlegte, fanden sowohl der gedeckte Güterwaggon als auch der offene Meterspurwagen den Weg vom ursprünglichen Standort Virchowstraße, wo die Waggons aufbereitet und gestrichen wurden, über die Gründer- und Traumfabrik in der Max-Fritz-Hammer-Straße als Zwischenlösung, ins Museum.





































