Studienreise mit NATURA POLSKA zu sakralen Denkmälern der Euroregion Spree-Neiße-Bober

Eine kleine Abordnung unseres Museumsvereins nahm am 18. April an einer Studienreise der Stiftung NATURA POLSKA teil, die diesmal zu den Spuren sakraler Denkmaler jenseits und diesseits der Neiße führte. Partner dieses Projektes ist neben NATURA POLSKA die Gemeinde Neuhausen/Spree.

An der deutsch-polnische Grenze entlang der Lausitzer Neiße stehen jahrhundertealte Zeugen der Geschichte wie Kirchen, Kapellen und andere Sakralbauten, die das geistige und kulturelle Leben unserer Region geprägt haben. An ausgewählten Objekten wurden in den vergangenen Wochen und Monaten QR-Codes angebracht, die es ermöglichen, einen Blick in das Innere dieser Sakralbauten zu werfen – unabhängig von Öffnungszeiten, Erreichbarkeit oder eigenem Standort. Ein Teil dieser sakralen Bauten konnten nun zum Abschluß des Projektes auch vor Ort besichtigt werden.

Start der Besichtigungstour war die Kirche der Apostel Petrus und Paulus in Zary (Sorau). Hier erfolgte eine Einweisung in die Funktionalität der QR-Codes sowie eine Besichtigung der Kirche.

Wie unterschiedlich die Baustile sind, wurde während der Weiterfahrt deutlich. Lubanice (Laubnitz), Biecz (Beitsch), Gębice (Amtitz) und Witaszkow (Witaschke) waren weitere Stationen der Tour. So ist die Filialkirche der Muttergottes von Tschenstochau in Beitsch eine fünffach kleinere Version der Dresdner Frauenkirche und wird derzeit saniert. Der polnische Präsident der Euroregion Spree Neiße-Bober, Czeslaw Fiedorowicz, ist gebürtiger Amtitzer und begrüßte die deutschen und polnischen Gäste vor der ehemaligen Kirche in Gębice, die zu einem Begegnungszentrum ausgebaut werden soll. An die nach dem 2. Weltkrieg aufgegebene Kirche erinnert heute nur noch die Architektur und eine große Grabplatte im Innern der Kirche. Spannend war es zu hören, wie eng seine persönliche Familiengeschichte mit der Geschichte der Kirche verbunden ist.

Kirche in Gębice (Amtitz)
Das Innere der Kirche in Witaszkow (Witaschke)
Die Kirche von Witaszkow (Witaschke) von Außen

Nach der mittäglichen Einkehr im Spargel- und Himbeerhof in Wielotów (Weltho) ging es weiter auf die deutsche Seite, wo mit der Kapelle in Kathlow sowie der leider geschlossenen Dorfkapelle in Sergen zwei weitere sakrale Denkmäler zu besichtigen waren.

Mit Kaffee und Erdbeerkuchen im Gemeindehaus in Neuhausen/Spree endete zumindest für die deutschen Teilnehmer die Ausfahrt, ehe der Bus wieder zurück nach Zary fuhr.

Wir bedanken uns bei NATURA POLSKA für die angebotene Möglichkeit, wieder an der Studienfahrt teilzunehmen.

Das Projekt „QR-Code für Wissen über den virtuellen Weg der Sakraldenkmäler der Grenzregion zwischen Deutschland und Polen” wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VI A Brandenburg-Polen 2021-2027 und des Kleinstprojektfonds der Euroregion Spree-Neiße-Bober finanziert.

Begleitend zum Projekt ist eine Broschüre mit dem Titel „Eine virtuelle Tour zu den Sakraldenkmälern der Euroregion Spree-Neiße-Bober“ erschienen und unter dem Link https://qr-de-pl.eu/de/ws360de/ eine Internetseite in deutscher und polnischer Sprache geschaltet worden.

Text & Fotos: (c) Thorigrafie/T. Haß