Ein Stück Forster Handwerkstradition – Neue Erwerbung des Museumsverein der Stadt Forst (Lausitz) e.V.
Eine der bekanntesten Forster Fleischereien vor dem 2. Weltkrieg war das Geschäft Heinrich Wuttge in der Lindenstraße 2. Später entstand an dieser Stelle das Konsum-Kaufhaus. Wuttges Wurstwaren hatten nicht nur in Forst einen guten Ruf. Die Firma versendete ihre Erzeugnisse auch über Deutschland hinaus und hat so auch den lokalen Spruch „Wo Tuche man macht und scheene Worscht, wo´s Plinze gibt, der Ort heeßt Forscht!“ mitgeprägt.
Aus Anlass des 75jährigen Bestehens der Firma wurde der Fleischerinnung eine Amtskette gestiftet. Sie sollte vom jeweiligen Obermeister der Innung zu entsprechenden Amtshandlungen angelegt werden. Die Kette fertigte die „Berliner Bronzekunstwerkstatt G. M. Matthias“ aus Silber, das anschließend galvanisch vergoldet wurde. Neben dem Stadtwappen, dem Wappen der Provinz Brandenburg und der Fleischer zieren typische Werkszeuge die einzelnen Kettenglieder.
Die Wirren der Kriegszeit überstand die Kette unbeschadet und wurde, wie der Stifter einst wünschte, weiter von den Obermeistern getragen. Ein Foto zeigt hier Willy Jurth, den ersten Obermeister der Forster Fleischerinnung nach dem 2. Weltkrieg.

Insbesondere in den letzten Jahrzehnten hat das Fleischerhandwerk an Bedeutung verloren und die Innung ging ein. Ihr letzter Obermeister war Manfred Hirmer, dessen Fleischerei sich in der Blumenstraße 15 befand.
Erfreulicherweise konnte der Museumsverein das museale Stück nun von den Nachfahren erwerben. Zurzeit wird geprüft, in welcher Form die Amtskette in die kommende stadtgeschichtliche Dauerausstellung unseres neuen Museums integriert werden kann.





