Mario Nitschke
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Newsarchiv 2008

Forster Wochenblatt am 1. Februar 2008

Neue Kunstausstellung im BrandenburgischenTextilmuseum eröffnet

Am vergangenen Freitag Abend wurde im Museum in der Sorauer Straße die erste Sonderausstellung des Jahres 2008 eröffnet. Fast 100 Besucher waren gekommen, um die Eröffnung der ersten umfassenden Werksschau des in Forst geborenen Künstlers Mario Nitschke mitzuerleben. „Malerei, Grafik, Plastik“ – so schlicht der Titel der Ausstellung auch klingt, inhaltlich kann sie aber durchaus überzeugen! Dabei ist der Künstler Mario Nitschke auch hier schon kein Unbekannter mehr. In den zurückliegenden Jahren war er bereits zweimal in Forst mit Ausschnitten aus seinem Schaffen zu sehen. Im WIWO-Hotel und im Wasserturm stellte er bereits aus, aber diese neue Ausstellung ist seine bisher größte und umfangreichste wie er selbst betont. Das der jetzt in Bärenstein (Osterzgebirge) lebende Künstler seine Wurzeln hier in Forst hat, zeigt sich auch am Publikum. Verwandtschaft, ehemalige Freunde und Schulgefährten wollen es sich nicht nehmen lassen, Mario Nitschke für seine Ausstellung hier in Forst viel Erfolg zu wünschen. Nach einer musikalischen Einleitung durch den Bruder des Künstlers, Ivo Nitschke, der seinem Vibraphon meisterliche Töne entlockte, gab Museumsleiterin Michaela Zuber ein paar einführende Worte. Sie zeigte sich über die Unkompliziertheit des Künstlers genauso angetan wie über die Tatsache, dass Mario Nitschke schon mit ganz konkreten Vorstellungen zum Aufbau seiner Ausstellung nach Forst kam. Auch die Anordnung der Ausstellungsstücke übernahm es selbst.

In der anschließenden Laudatio, die von der Partnerin des Künstlers, Frau Angela Schlott, gehalten wurde, wurde nicht nur auf die Entwicklung des Künstlers hingewiesen, auch die verschiedenen Techniken und die damit verbundenen Ausdrucksweisen waren ein Thema. „Seine Arbeiten vermitteln eine realitätsbezogene Sinnlichkeit, die von einer starken Bodenständigkeit und Bodenhaftung zeugt und mit einer Schwere rüberkommt, die in ihrer Vielfalt und Klarheit wiederum erfrischend ist“, so gibt Frau Schlott Auskunft und das ist auch beim anschließenden Rundgang mit dem Künstler durch die Ausstellung zu merken. Wortgewandt und gestenreich offenbart Mario Nitschke zu vielen seiner Werke Gefühle, Gedanken, stellt immer wieder die Umsetzung von Erlebtem in Farbe, Holz oder Stein heraus.

Dabei ist die Entwicklung des Künstlers klar nachvollziehbar. In der Malerei zeigt sich der Weg vom erdfarbenen Stillleben in Entwicklungsstufen hin zum farbenfrohen Kubismus a la Feininger und fantasievollen Darstellungen in Stile Dalis. Auch Dürer und Tizian haben ihn inspiriert wie er betont. Figürliche Darstellungen jüngerer Zeit lassen für einen Außenstehenden auch Einflüsse der Körperwelten von Hagens erkennen. Es scheint so, als ob hier noch nach dem ganz eigenen Stil gesucht wird. Die Ideen und die Mittel zur Umsetzung sind sicher zur Genüge vorhanden und mit der weiteren Entwicklung des Künstlers auch zu erwarten. Überzeugen kann Mario Nitschke mit seinen graphischen Werken. Linol- und Holzschnitte haben eine vielfältige aber klare Aussage. Radierungen und Kreidezeichnungen zeigen auch „leise Töne“ des Künstlers. Die gezeigten Plastiken fanden ebenfalls große Bewunderung an diesem Abend! Ganz besonders möchte ich auf eine Idee von Mario Nitschke verweisen, der sich in letzter Zeit intensiv mit dem ehemaligen Forster Weberbrunnen beschäftigt hat und dazu in der Ausstellung auch ein Modell sowie eine Nachbildung der namensgebenden Figur zeigt. Gleich neben dem Modell des Weberbrunnens steht noch ein Modell. Es ist ein Entwurf für einen neuen Brunnen, der in Forst stehen könnte. Eine viereckige Stehle, umwickelt mit meterweise Stoff, an deren Seiten verschiedene tafelartige Flächen heraustreten, die Darstellungen aus der industriellen Vergangenheit unserer Stadt tragen könnten. Eine wirklich beeindruckende Idee, die man unseren Stadtvätern ruhig einmal näher bringen sollte, denn auf den vielen neuen Grünflächen, die durch den Abriss von Wohngebäuden in der Stadt entstehen, würde sich für so ein Bauwerk wirklich Platz finden, zumal es in seiner Einzigartigkeit viel für das Gesicht unserer Stadt tun würde! (LaGa 2013?!)

Sie sehen also, liebe Leserinnen und Leser, es lohnt sich, diese Ausstellung zu besuchen. Nicht zuletzt auch darum, weil der Künstler, der von seiner Tätigkeit leben muss, auch einige Werke zum Verkauf anbietet. Nähere Informationen dazu erhalten Sie im Brandenburgischen Textilmuseum zu den bekannten Öffnungszeiten.

Bis zum 30. März 2008 wird die Ausstellung zu sehen sein und es wäre sehr wünschenswert, wenn diese Exposition genauso große Resonanz erfährt wie die Kunstausstellung im vergangenen Jahr!

Mit freundlichen Empfehlungen, Hagen Pusch, Vorsitzender des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e.V.

 

LR vom 3.4.2008

Ein Bild von der Forster Stadtkirche hat der aus Forst stammende Künstler Mario Nitschke zum Ende seiner Ausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum dessen Leiterin Michaela Zuber überreicht. Das Bild ist teilweise vor den Augen der Zuschauer entstanden. Insgesamt 1300 Besucher hatten nach Museumsangaben die Ausstellung des heute in Bärenstein lebenden Nitschke besucht. Er habe dabei viele Kontakte geknüpft, so Nitschke, der momentan nach eigenen Angaben an einigen Forster Motiven arbeitet. In seiner Ausstellung hatte er eine Idee für einen Stadtbrunnen vorgestellt, der mit mehreren Reliefs die Forster Geschichte auf einer dreieinhalb Meter hohen Säule erzählen könnte. Ein ähnlicher Brunnen Nitschkes steht im erzgebirgischen Bärenstein.
Foto: Jürgen Scholz