Kunstschaffen der Region
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Newsarchiv 2007

Lausitzer Rundschau vom 06.02.2007

Exposition im Brandenburgischen Textilmuseum soll Einblick in das Kunstschaffen der Region geben

40 Künstler präsentieren ihre Werke in Forst

Forst.  Einen umfassenden Einblick in das Schaffen Forster Künstler bietet nach Angaben von Hagen Pusch, Vorsitzender des Forster Museumsvereins, die Ausstellung„Einblicke – Forster Künstler stellen aus“ im Brandenburgischen Textilmuseum.

Einige der anwesenden Hobby- und Laienkünstler hatten bereits die Möglichkeit, sich mit ihren Werken in Banken, Geschäften, Arztpraxen und anderen Einrichtungen zu präsentieren. Daraus sei die Idee entstanden, so Hagen Pusch, einen Aufruf zu starten, um künstlerisch schaffenden Bürgern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam ihre Werke im Museum auszustellen. Und der Zuspruch war groß. Insgesamt hatten Pusch zufolge 40 Künstler 120 Werke eingereicht – unter anderem Manfred Gebhard, Jürgen Roy, Heike Mäbert und Heike Richter, Gottfried Junghanns, Heike Kopec und Roland Schilensky, dabei auch Aussteller aus Wathlingen, Berlin und Dre sden, die Forster Motive aufgegriffen hätten. Als älteste Künstler seien Willy Henoch mit 93 Jahren und Ilse Scobel mit 91 Jahren, als jüngster Künstler Frank Owczarek mit 22 Jahren zu nennen.

„Es ist ein Genuss zu sehen, dass die Qualität der gezeigten Werke in hohem Maße überzeugen kann“, sagte Pusch und zitierte Caspar David Friedrich, der einmal festgestellt habe: „Die einzig wahre Quelle der Kunst ist unser Herz. Jedes echte Kunstwerk wird in geweihter Stunde empfangen und in glücklicher geboren, oft dem Künstler unbewusst, aus innerem Drang des Herzens.“

Hagen Pusch kündigte an, dass sich der Museumsverein an der Spendenaktion zur Sanierung der Forster Stadtkirche beteiligen werde. Er habe im Einvernehmen mit einigen ausstellenden Künstlern die Idee entwickelt, bestimmte in der Ausstellung gezeigte Werke am 18. März zu versteigern. Der Erlös dieser Kunstauktion solle in voller Höhe dem Förderverein von Sankt Nikolai übergeben werden, damit die Sanierung der Kirche wie geplant erfolgen könne.

Ingrid Ebert, die selbst mit kreativen Filztechniken in der Ausstellung vertreten ist, will sich selbst nicht Künstlerin nennen, «nur weil ich gern einmal einen Klumpen Ton forme oder mit Farben spiele, filze, fotografiere oder schreibe. Für mich, wie für die meisten hier, wird das Gestalten mit den verschiedenen Materialien eine Liebhaberei bleiben, eine Freizeitbeschäftigung, auf die ich allerdings nicht verzichten möchte, ja nicht verzichten kann» , sagte sie. Willi Henoch, mit fast 94 Jahren ältester Aussteller, lernte bei Behr und malte in seinem Leben viele Ölbilder, von denen viele nach dem Jahr 1945 in Scheuno blieben. Zahlreiche Kirchen gehörten zu seinen Arbeitsstätten, so auch die Kleine Kapelle auf dem Forster Hauptfriedhof. In der Ausstellung seien zwar nicht seine Lieblingsthemen – Blumen und Berge in Öl – zu sehen, dafür aber die Amalfi-Küste, eine Spreewaldfahrt, Neu-Horno, die Landesgartenschau in Luckau und ein «Sonnabend auf dem Markt im Jahr 1928» .Grit-Maren Pfitzmann-Graßhoff, die mit Impressionen aus dem Spreewald, dem Weg bei Henzendorf und einem Sonnenuntergang im Textilmuseum vertreten ist, verriet: „Nachdem die neue CD von Rosenstolz zu haben war, lief sie bei mir als Endlosschleife – und ich konnte dabei kreativ an meinen Bildern arbeiten.“

Gerd Kundisch