Ostereier
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Newsarchiv 2006

Lausitzer Rundschau vom 28.03.2006

Großes Interesse an traditioneller Wachs-Technik beim Eier-Bemalen

Forst: Mit Nägeln und Stechnadeln punkten

Forst.  17 Frauen ließen sich gestern im Textilmuseum von Julia Rösel aus Lieskau das Ostereierverzieren in der Wachs-Reservetechnik zeigen. Einige ihrer jüngsten Kreationen hat sie zusammen mit Mustervorlagen als Anregung für die Frauen mitgebracht.

Foto: Angela Hanschke

Ostereier malen im Textilmuseum: Julia Rösel (Zweite von links) und die Mitarbeiterin des Textilmuseums Cornelia Gäbler ( rechts) geben jede Menge individuelle Tips.
Sorgsam packen die Teilnehmerinnen die ausgeblasenen Eier aus. Da könne dann zwar die Farbe hineinlaufen, sie seien jedoch stabiler als intakte Eier, erklärte die Hobbykünstlerin.

Regel Nummer 1: Die Eier müssen eine fettfreie Oberfläche haben, damit die Farbe haftet, rät Rösel den Anwesenden und teilt Nägel und Stecknadeln fürs Aufbringen von großen und kleinen Punkten aus. Entenfedern, die bis auf die Spitze geschlissen und mit der Schere in Form gebracht wurden, eignen sich zum Verzieren mit geometrischen Figuren. Jede der Frauen beugt sich über die Gestelle mit Bienenwachs im rechteckig gebogenem Löffel, das von einem Teelicht erhitzt wird. Punkte, Striche, Bögen, Dreiecke – die Grundkomponenten werden von den Frauen zu eigenen Mustern zusammengesetzt. Lauter Unikate entstehen so nach dem Tauchen in die verschiedenfarbigen Lösungen mit Stofffarbe in den alten Weckgläsern. „Man beginnt dabei mit dem zartesten Farbton, trägt weitere Wachsverzierungen auf. Danach geht es über zum Tauchbad in einer dunkleren Farbe“, rät di e junge Geologin. Dagmar Jeschke (60) aus Groß Schacksdorf wollte die Wachstechnik schon immer erlernen. Nun habe sie endlich Zeit dazu, erklärte die ehemalige Kita-Leiterin. Hannelore Teschner (56) aus Forst begleitete eine Bekannte ins Textilmuseum, um ihre Kenntnisse noch einmal aufzufrischen. Zu Hause sollen die kleinen Kunstwerke das Osternest schmücken. Gabriele Rabe (56) möchte damit ihre Tochter beschenken, die ein Kind erwartet. Sie werde sich sicher freuen, hofft die ausgebildete Floristin, die mit ihren Kreationen gern Freunde und Familienangehörige bedenkt. Als Mitglied des Handarbeitszirkels im Textilmuseum beschäftigt sich Renate Schmidt (67) sonst mit der textilen Patchworktechnik. Nun versucht sie sich ebenso wie Wally Halama (63) erstmals beim Ostereierverzieren. Auch Ute Ernst (51) aus Forst ist ein Neuling auf diesem Gebiet. Die schneeweißen Hühnereier produzierten die Legehennen vom elterlichen Grundstück in Sacro. Die fertigen bunten Ostereier möchte sie als Vorlage benutzen, um das Erlernte an ihre Enkelkinder weiterzugeben.

Am Karfreitag findet im Niederlausitzer Heidemuseum Spremberg eine Veranstaltung statt, wo man in den verschiedenen Techniken verzierten Ostereier erwerben könne, gibt Julia Rösel den Kursteilnehmern auf den Weg. „Da gibt es auch jede Menge Gelegenheit, den Künstlern über die Schulter zu gucken und einige neue Dinge zu erlernen.“  (ah)

Angela Hanschke