100 Jahre Stromversorgung
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Newsarchiv 2006

Lausitzer Rundschau vom 01.07.2006

Ausstellung im Textilmuseum / Buch geht noch mehr in die Tiefe

Rückblick auf hundert Jahre Stromversorgung in Forst

Mit einem kleinen Festakt wurde gestern im Brandenburgischen Textilmuseum Forst an ein Ereignis erinnert, das der Stadt vor hundert Jahren mehr als ein Licht aufgehen ließ: Am 21. Juni 1906 begann die Versorgung von Forster Haushalten und vor allem der Textilindustrie mit Elektrizität. Aus Anlass des Jubiläums «100 Jahre Stromversorgung in Forst» wurde gestern eine Ausstellung im Textilmuseum eröffnet und wird ab Montag ein über 200 Seiten zählendes Buch erhältlich sein.

Foto: Angelika Brinkop

Bei der Eröffnung der Ausstellung zu der hundertjährigen Geschichte der Stromversorgung in Forst gab es Ausstellungsstücke fast zum Anfassen.
Gestern Vormittag wurde unter anderem mit Geschäftspartnern an die Geschichte der Stromversorgung erinnert. Am Nachmittag trafen sich ehemalige und jetzige Mitarbeiter «zu ein paar besinnlichen Stunden» , so Klaus-Dieter Krahl, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst. Krahl erinnerte daran, dass es vor allem die Forderungen der Textilindustrie waren, die vor über hundert Jahren die Stadtväter den Weg in Richtung eines Elektrizitätswerkes einschlagen ließen. Nach einer wechselhaften Geschichte übernahmen die Stadtwerke vor elf Jahren die Stromversorgung in der Stadt von der damaligen Essag.

Für die Stadt Forst sei der Schritt 1906 ein Meilenstein gewesen, so Bürgermeister Gerhard Reinfeld (CDU), der Aufsichtsratsvorsitzender und Gesellschaftervertreter der Stadtwerke GmbH ist. Der Schritt sei in eine Zeit gefallen, als die Stadt in wirtschaftlicher Blüte stand und habe die Grundlage gelegt für eine technische Infrastruktur, die mit als die modernste in Deutschland und Europa gegolten habe. Die Schäden des Zweiten Weltkrieg und von 40 Jahren Sozialismus seien aber noch an vielen Stellen zu sehen, so Reinfeld, der darauf verwies, dass es viel zu investieren gab: «Heute haben wir wieder eine moderne Stromversorgung.» Er könne sich ein noch weitergehendes Engagement von EnviaM oder anderen Stromversorgern in Forst vorstellen, so Reinfeld, der damit auf die geplante Veräußerung von Anteilen an der Stadtwerke GmbH angespielt haben dürfte. Im Wettbewerb könnten «nur noch große Einheiten bestehen» .

Wunsch nach mehr

Mit der EnviaM haben die Stadtwerke vor kurzem den Stromliefervertrag bis 2010 verlängert. Man würde sich freuen, wenn man die Zusammenarbeit intensivieren könne, sagte EnviaM-Vorstandsmitglied Wolfgang Ahlemeyer, der eine «fruchtbare Zusammenarbeit» sieht. Der Stromversorger wie auch andere Gäste traten auf Wunsch der Stadtwerke als Spender für das Textilmuseum auf, das mit dem Geld zwei Werke des Forster Malers Willi Jennrich restaurieren lassen will.

Im Brandenburgischen Textilmuseum ist eine Ausstellung zu sehen, die von dem Forster Werner Stübner wesentlich mit konzipiert wurde. Der 54-Jährige gelernte Elektrotechniker und Jurist ist seit anderthalb Jahren mit der Vorbereitung der Ausstellung befasst gewesen, die neben einer Übersicht über die technische Entwicklung der Stromversorgung auch auf Forster Besonderheiten eingeht. Mit vielen Leihgaben wurden Küchen und Wohnzimmer verschiedener Epochen eingerichtet, in denen Elektrogeräte der jeweiligen Zeit stehen.

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