Alte Schule
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Newsarchiv 2006

Lausitzer Rundschau vom 26.04.2006

Klassen können sich über den Schulalltag um 1900 informieren / Auch historische Stadtführungen für Schüler werden geboten

«Alte Schule» im Forster Textilmuseum

Forst.  Mit einem neuen Angebot wenden sich die Mitarbeiter des Forster Textilmuseums an Grundschulklassen. Die ersten, die von dem Programm „Schule im 19.Jahrhundert“ und „Meine Heimatstadt“ profitierten, waren die Drittklässler der Grundschule Mitte unter der Obhut von Klassenlehrerin Petra Bernhard.

Foto: Angela Hanschke

Schreiben wie vor hundert Jahren: Forster Schüler der Grundschule Mitte üben es.

Klasse wurde aufgeteilt

„Dazu teilen wir die Klassen in zwei zahlenmäßig gleichstarke Gruppen“, teilte Angela Maaß vom Textilmuseum mit. Gruppe eins unternahm unter ihrer Anleitung einen Streifzug durch die Forster Innenstadt, um Gebäude zu besichtigten, die in der Geschichte von Forst eine bedeutende Rolle spielten oder eine besondere Architektur verkörpern. Neben alten Fabrikantenvillen mit dekorativen „Schnörkeln“ an der Fassade stand unter anderem auch das alte Amt mit der benachbarten ehemaligen Luisenschule auf dem Plan. Vorher- und Nachher-Fotos begleiteten den historischen Exkurs mit viel Hintergrundinformationen. „Was ist eigentlich ein Lyzeum?“, fragte sich da nicht nur Joe-Ann Weise. Viel Wissenswertes erfuhren die Drittklässler auch über den Berliner Platz, die Stadtkirche, die Stadtmühle und die Neißebrücken. Währenddessen drückten ihre Mitsch üler die alten Schulbänke mit den angeschraubten Stühlen im Textilmuseum und vertieften sich in die Schulordnung von 1900. «Auf dem Schulwege muß der Geist der Ordnung in höflichem Gruße, in ruhigem Gehen zum Ausdruck kommen» , hieß es da unter anderem – schwer nachzuvollziehen für die Neunjährigen. Auch das Erlernen der deutschen Schreibschrift stellte die Schüler von heute vor große Herausforderungen. Nach dem Schreiben des Alphabets mittels Bleistift ging es daran, die eigene Adresse aufzuschreiben. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus. «Das schaffe ich nie» , seufzte Oliver Wagner.

Angebote auch für andere

Die Schrift sei schwer zu erlernen – wie in der ersten Klasse. Weniger Mühe macht dies Angelina Amand. „Prima“, lobt Cornelia Gäbler, die Lehrerin für einen Tag, am Ende der besonderen Unterrichtsstunde die meisten der Schüler. „Diese beiden Angebote können in Zukunft auch von anderen Schulklassen der Region im Rahmen von Projet- und Wandertagen genutzt werden“, sagte Angela Maaß an.

Angela Hanschke