Weihnachtsausstellung 2005
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Newsarchiv 2005

Lausitzer Rundschau vom 01.12.2005

In der Weihnachtsausstellung werden Schwarze Jule und Spreewaldbahn wieder fahren

Nächste Haltestelle Textilmuseum Forst

Den ersten Zug hat er mit vier Jahren bekommen, einige Jahre später fing Bernhard Buhrz mit dem Sammeln an. Seit einigen Tagen baut er die Weihnachtsausstellung im Textilmuseum auf. Die ersten leuchtenden Augen gab es schon, als die Spatzen-Gruppe der Kita Blumenstraße gestern ihren Weihnachtsbaum der Ausstellung schmückte. Zur Eröffnung wird am Samstag auch der diesjährige Schülerkunstpreis verliehen.

Fotos: Jürgen Scholz

Kinder aus der Spatzen-Gruppe der Kita Blumenstraße schmücken einen Weihnachtsbaum mit Selbstgebasteltem.Bernhard Buhrz setzt einen Schienenbus der Pollo, der Prignitzer Schmalspurbahn, auf die Spur. Daneben hat er eine Strecke der ehemaligen Spreewaldbahn zwischen Lieberose und Blasdorf nachgebaut, wie sie in den 60er-Jahren aussah.Nicht nur zum Ansehen: Die riesige Lego-Bahn-Anlage kann von großen und kleinen Besuchern der Ausstellung auch bedient werden.

Die meisten der Vierjährigen hielt es nicht lang bei ihrer Kiefer, die sie schmücken sollten. Sie verteilten sich gestern Vormittag schnell an die bereits aufgebauten Stationen der Weihnachtsausstellung «Eisenbahn mit Pfiff» . Und das schönste an ihr ist: Die größte Platte mit mehreren Lego-Bahnen ist zum Ausprobieren für die großen und kleinen Besucher da. Der Rest ist eher etwas zum ausgiebigen Bestaunen akribischer Modellbauerkunst. Neben den Nachbauten der Forster Stadteisenbahn von Richard Zerbock (die RUNDSCHAU berichtete) gibt es noch eine regionale Besonderheit: eine etwa sieben Meter lange Streckennachbildung der Spreewaldbahn zwischen Lieberose und Blasdorf. Fast ein Jahr lang hat der Wahl-Forster Bernhard Buhrz daran gearbeitet, und die Landschaft und die Gebäude im Stil der 60er-Jahre nachgebaut. Fotos und viele Gespräche mit älteren Leuten halfen dabei, dieses bereits im Jahr 1965 stillgelegte Teilstück der Spreewaldbahn zu rekonstruieren. Dabei ist der gelernte Baufacharbeiter Detail versessen, weshalb an einer Stelle das Haus Lehmann fehlt – «das Fenster war wohl doch nicht zugemauert» , meint er entschuldigend, die Hinweise von Einwohnern machen noch Änderungen notwendig. Er nimmt es genau. Zum Beispiel mit der Stelle, wo in einem Taldurchschnitt laut Lieberoser Chronik über 200 Menschen bei einem russischen Fliegerangriff ums Leben gekommen sein sollen. Die Landschaft erscheint durch den von Roland Schilensky gemalten Hintergrund unendlich.Insgesamt rund 150 Fotos dienten als Vorlage.

Bernd Schilensky wird mit Harz-Querbahn-Modellen die Ausstellung ergänzen, ebenso wie Rainer und Peter Rubin aus Forst und der Cottbuser Hans-Joachim Bänsch ihren Beitrag dazu leisten.

Er habe die meiste Zeit, erklärt Bernhard Buhrz, und baut deshalb das meiste der Ausstellung Stück für Stück auf. Seine allererste Lok, eine BR 80, ist Teil der Ausstellung. Der 51-Jährige hat sie 1958 bekommen. Ein paar Jahre später fing die Sammelleidenschaft an. Zusammen mit den Ausstellungsstücken der anderen Modellbahner dürften so über 30 Loks und wahrscheinlich über hundert Waggons in der ersten Etage des Textilmuseums ihren Platz gefunden haben. Es bewegt sich was in der Weihnachtsausstellung. Wie zum Beispiel der Schienenbus auf der Pollo, der Prignitzer Schmalspurbahn, die ihren Spitznamen von einem sie immer verbellenden Hund hat. Knapp vier Monate hat die Nachbildung des Abschnittes Wettin gebraucht, erklärt Bernhard Buhrz. Oft mussten Kombinationen aus Bausatz-Modellen konstruiert werden, weil es manche Gebäude oder Gefährte nicht als Modell gibt.

Ein paar Meter weiter haben bereits die Ausstellungsstücke für den Schülerkunstpreis ihren Platz gefunden. 13 Bilder und zwei figürliche Darstellungen haben elf junge Künstler eingereicht. Die Jury hat ihr Urteil bereits gefällt und wird es am Samstag öffentlich machen. Die Preisverleihung findet zusammen mit der Eröffnung der Weihnachtsausstellung statt.

Hintergrund Öffnungszeiten

Die Weihnachtsausstellung wird am Samstag um 15 Uhr im Brandenburgischen Textilmuseum Forst eröffnet. Gleichzeitig werden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung die Sieger des diesjährigen Schülerkunstpreises ausgezeichnet. Die Ausstellung ist bis zum 6. Januar zu sehen. Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr, Freitag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr, Gruppenbesuche sind nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Eintrittspreise: 2 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Am 24. und 31. Dezember, sowie am 1. Januar bleibt das Museum geschlossen. Am 25. und 26. Dezember ist es von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

von Jürgen Scholz