«Reflexionen» zweier Charaktere
[Home] [News] [Newsarchiv] [2005] [ «Reflexionen» zweier Charaktere] 

Newsarchiv 2005

Lausitzer Rundschau vom 24.01.2005

Neue Sonderausstellung im Textilmuseum

«Reflexionen» zweier Charaktere

Forst.  «Reflexionen» ist der Titel der ersten Sonderausstellung des Jahres 2005 im Brandenburgischen Textilmuseum Forst. Am Freitagabend wurde sie eröffnet.

Foto: Jana Pozar

Faszination Reflexion bei der Eröffnung der Ausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum.

Dabei treffen zwei völlig unterschiedliche Künstlernaturen aufeinander – Malerei, Grafik und Plastik der Forster Künstler und Pädagogen Heike Mäbert und Hans-Jürgen Bernhard. Sie haben ihre Eindrücke von Natur, Umfeld und Menschen in ihren Bildern und Plastiken festgehalten.

„Hans-Jürgen Bernhard, der regelmäßig Töpferkurse bei uns gibt, fragte uns, ob er seine Werke hier ausstellen kann“, war von Michaela Zuber, Leiterin des Brandenburgischen Textilmuseums in Forst zu erfahren. Seine Bilder und Plastiken hätten allerdings die Halle nicht gefüllt und so suchten die Museumsmitarbeiter nach einem Mitaussteller. „Da Frauen in unseren Ausstellungen bisher immer zu kurz kamen und Heike Mäberts Bilder ideal wären, haben wir die Künstlerin gefragt, ob sie sich in die Ausstellung einbringen möchte“, erklärte Michaela Zuber.

„Es ist das erste Mal in der fast zehnjährigen Ausstellungsgeschichte, dass eine Forster Künstlerin hier ihre Bilder zeigt“, sagte Dr. Hans Dobbert, Vorsitzender des Museumsvereins, stolz. Er lobte die ausgezeichnete Zusammenstellung der Werke. Reflexionen seien nicht nur im naturwissenschaftlich-technischen Bereich zu Hause, sondern auch im geistig-kulturellen Bereich, so Dobbert.

Während Heike Mäbert eine eher sanfte Ausdrucksform bevorzugt, prägen Bernhards Darstellungen eher die naturgetreue Abbildung der Wirklichkeit bis hin zur illusionistischer Malerei mit kräftigen Farbakzenten. Farbenfrohe Kontraste in seine Bildern wie beispielsweise in der „Geburt der Venus“ oder auch seine Stadtansichten, die die Liebe zu seiner Heimatstadt unmissverständlich darstellen, stehen neben den lieblichen und ausdrucksvollen Malereien von Landschaften oder auch charaktervollen Porträts von Heike Mäbert. Zurückhaltend aber auch in buntesten Farben gezeichnete Gedanken der Künstler betrachtet werden – egal ob es sich um Mythologie, allegorische Darstellungen, Urlaubserinnerungen oder Charakterköpfe handelt.

„Ich finde vor allem die Drucktechnik interessant, das kannte ich bisher noch nicht“, sagte Inge Noack aus Forst. „Außerdem gefallen mir die Porträts, die Heike Mäbert zeichnet, besonders gut“, schwärmt sie. „Es ist unglaublich, was Heike aus den Eindrücken unserer Urlaubsorte mit Öl verarbeitet“ war Helga Mäbert, Schwiegermutter der Künstlerin, begeistert. Ihr fielen spontan die gemalten Erlebnisse auf Bornholm ein.

Jana Pozar