Feuer und Eis
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Newsarchiv 2005

Lausitzer Rundschau vom 07.02.2005

Hans-Jürgen Bernhard arbeitete mit jungen Künstlern im Textilmuseum

Farbenspiele im Bann von Feuer und Eis

Forst. Zu einem Aktionstag hatte Hans-Jürgen Bernhard am Sonnabend in die Räume des Forster Textilmuseums geladen. «Reflexionen» heißt die Ausstellung, die er gemeinsam mit Heike Mäbert gestaltet hat und die den Besuchern Anregungen für die eigene künstlerische Betätigung liefern sollte.  «Feuer und Eis» war das Thema, das der pensionierte Kunsterziehungslehrer den interessierten Gästen anbot. «Ich liebe es, Kontraste zu zeigen.

Foto: Angelika Brinkop

Freiraum für die Fantasie bot der Aktionstag «Feuer und Eis» mit Hans-Jürgen Bernhard (3.v.l.) im Brandenburgischen Textilmuseum Forst.

Mit den kalten Temperaturen und der strahlenden Sonne spielt heute das Wetter ja noch hervorragend mit» , freute sich Hans-Jürgen Bernhard. Zwölf Besucher, meist Eltern mit ihren Kindern, waren gekommen, um heiße und kalte Farben auf dem Papier auszuprobieren. Es dauerte nicht lange, und schon wurden aus den weißen Blättern kleine Kunstwerke. Jeder sollte ausprobieren, welche Technik ihm am besten liegt. Aquarell, Acryl, Tempera, und Wachs standen gleichberechtigt neben Bunt- und Filzstiften.

Vor allem die Kinder ließen sich nicht lange bitten und gestaltetenmunter drauf los. Die siebenjährige Judith Zuber malte eine glühende Sonne, den blauen Himmel und Eis. «Das Bild schenke ich vielleicht meiner Mama» , meinte sie. Carola Zehring, die mit ihrer Tochter Sinah Marie gekommen war, konnte sich anfangs nicht richtig entscheiden. Doch Hans-Jürgen Bernhard gab ihr kleine Tipps und schon füllte sich das Blatt. «Ich habe mit der Farbe Blau angefangen und schließlich wurde eine Winterlandschaft mit Skifahrern daraus» , erklärte sie.

Über die Anregungen des ehemaligen Kunsterziehungslehrers freute sie sich genauso wie alle anderen Teilnehmer. «Man wird dadurch aus seiner Lethargie herausgerissen. Zu Hause nimmt man sich einfach nicht die Zeit zum Malen. Zum anderen trifft man hier auch nette Leute» , ergänzte Carola Zehring. Sinah Marie versuchte ebenfalls, mit den Farben einen Kontrast herzustellen und malte kalte Hände und ein wärmendes Feuer.

«Fast jeder hat hier beim Experimentieren ein Erfolgserlebnis» , freute sich Hans-Jürgen Bernhard. Nach seiner Erfahrung sind Erwachsene oft gehemmter als Kinder, haben Angst vorm Versagen. «Doch hier braucht niemandem etwas peinlich zu sein. Wenn man einem Menschen einen Stift oder Farbe in die Hand gibt, entsteht immer etwas. Oftmals sind die Betroffenen selber überrascht, wie das Ergebnis aussieht» , versicherte er.

Hans-Jürgen Bernhard hat selbst erst seit seiner Frühpensionierung Zeit gefunden, um zu malen. Die Bilder, die im Textilmuseum zu sehen sind, zeigt er das zweite Mal in der Öffentlichkeit. Der 52-Jährige bevorzugt einen konservativen Stil. «Für mich ist es wichtig, dass die Leute auch noch erkennen, was ich male und nicht erst drei Bücher lesen müssen, um zu verstehen, was ich damit sagen will» , begründet er seine Arbeit.

Service Einladung ins Museum

Am Sonnabend, dem 12. Februar, 16 Uhr, lädt das Textilmuseum zur nächsten Veranstaltung ein. Heike Mäbert, die viel experimentiert und hauptsächlich in Aquarell-Technik malt, wird die Besucher ermuntern zum Titel «Manche mögen Poesie» ihre Ideen auszudrücken. Das Angebot ist eine Ergänzung zur Veranstaltung, bei der Dorothea Röger in deutscher und Jadwiga Wolny in polnischer Sprache Gedichte zur Ausstellung «Flusslandschaften» vortragen werden.

Von Angelika Brinkop