Waschtag
[Home] [News] [Newsarchiv] [2004] [ Waschtag] 

Newsarchiv 2004

Lausitzer Rundschau von 08.09.2004

Rubbelbrett und Handschleuder kamen zum Einsatz

Textilmuseum lud zum Waschtag

Forst.   Wie bekommt man Schürzen, Bettwäsche oder Unterwäsche auch ohne Waschmaschine sauber? Diese Frage beantworteten am Wochenende die Frauen des Museumsvereins Forst. Bereits zum dritten Mal gestalteten sie einen Waschtag nach dem Vorbild unserer Großmütter und Urgroßmütter. Mit Waschbrett, Bürste und Kernseife ist das Waschen zwar mühsam, doch sauber wird die Wäsche auch auf diese Weise.

Foto: Angelika Brinkop

Waschen wie zu Großmutters Zeiten – mit Rubbelbrett, Kernseife, Bürste und viel Körperkraft wurde die Wäsche beim Waschtag im Forster Textilmuseum geschrubbt.

Juliane und Elisabeth waren mit ihren Eltern gekommen und probierten mit Begeisterung das Waschen in einer alten Zinkwanne. Auch so eine kleine Handmangel hatten sie noch nie gesehen. Auf den Wäscheleinen, die rings um den Museumshof gespannt waren, flatterte die saubere Wäsche im Wind. Bettwäsche mit Monogrammen, Unterwäsche mit eingesetzter Spitze und viele andere historische Wäschestücke waren private Leihgaben.

Einige Forster haben diese Wäschestücke über Jahrzehnte in ihren Schränken aufgehoben und stellten sie jetzt dem Museum zur Verfügung.

Die ersten Maschinen, die beim Waschen zum Einsatz kamen, sind größtenteils private Spenden. Mitglieder des Museumsvereins haben die mit Kohle beheizbaren Maschinen, Handschleudern oder Mangeln aufgearbeitet. Hagen Pusch demonstrierte am Waschtag, wie eine Waschmaschine aus den 50er-Jahren mit Kohle geheizt wurde. Normalerweise stehen die Maschinen in den Garagen, aber ab und zu sollen sie bei Aktionstagen ihre Funktionsfähigkeit unter Beweis stellen. Gezeigt wurde außerdem, wie man Hüte, Bälle oder Schlüsselanhänger aus Filz herstellt, oder wie die Batiktechnik funktioniert.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Popteam 2000. Leider nahmen nur wenige Forster das Angebot des Museums an. Dabei gab es jede Menge zu entdecken. Jutta und Hans-Jörg Fingas aus Bohsdorf besuchten zum ersten Mal das Textilmuseum und waren begeistert. "Schön, dass es so etwas gibt", waren sie sich einig.

Angelika Brinkop