Tiere und Pflanzen
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Newsarchiv 2004

Lausitzer Rundschau von 01.03.2004

Neue Ausstellung im Forster Museum

Tiere und Pflanzen aus der Nähe betrachtet

Forst.  Seit Samstag ist im Brandenburgischen Textilmuseum Forst an der Sorauer Straße 37 eine Ausstellung zu sehen, die die Vielfältigkeit der Natur in der Lausitz widerspiegelt.

Unter dem Motto „Vielfalt der Natur – Tiere und Pflanzen aus der Nähe betrachtet“ sind neben wunderbaren Fotografien des Forster Hobby-Fotografen Horst Jäkel einheimische präparierte Tiere aus dem Bestand des Museums für Natur und Umwelt in Cottbus sowie des Brandenburgischen Textilmuseums Forst zu sehen.

„Diese Tiere werden erstmals seit 1994 wieder ausgestellt“, freut sich Michaela Zuber, Leiterin des Textilmuseums. Horst Jäkel wollte seine Fotos ausstellen, erinnert sich Museumsmitarbeiterin Angela Maaß an die Nachfrage des Künstlers. „Wir wollten allerdings keine reine Fotoausstellung machen. Da kam uns die Idee, neben den Fotografien einheimische Tiere zu platzieren“, so Angela Maaß. „Die Ausstellung soll bewirken, mit offeneren Augen durch unsere Natur zu gehen, auf Details zu achten, Spinnen im Netz, die Ameise im Sand oder die Blüte am Strauch als Faszination zu betrachten“, so Michaela Zuber in ihrer Rede.

Horst Jäkel faszinierte die Besucher der Vernissage mit einer zwölfminütigen Dia-Show. Ein Raunen ging durchs Publikum, als Erikablüten in Schnee und Eis, jeder Tautropfen auf Rosenblüten oder Falter in ihren verschiedenen Lebensformen sowie wunderbare Sonnenaufgänge zu sehen waren. „Das Lebewesen und seine Unverletzbarkeit sowie Artenkenntnis stehen an erster Stelle“, so der 65-Jährige über seine Arbeiten. Zeit und Geduld, aber auch das perfekte Beherrschen der Technik seien sehr wichtig. „Der Fotograf muss dem Lebewesen immer einen Schritt voraus sein, es gut beobachten, wissen, was es als nächstes tut“, schwärmt der Künstler voller Leidenschaft.

Leidenschaft und Faszination warten schon im Eingangsbereich der Ausstellung. Da zieht eine Kreuzspinne ihre Opfer in ihr Netz. Lebendig scheint sie, ist doch jeder Spinnfaden und jedes Haar an ihrem Körper zu sehen. Vorbei an Vitrinen mit am Wasser lebenden Tieren und Vögeln sowie Tieren, die auf Wiesen und im Moor zu Hause sind, ziehen Fotografien von Nachtigallküken und jungen Rotkehlchen im Nest die Besucher in ihren Bann, geht es weiter zu Blüten unter Eis und Schnee in faszinierenden Nahaufnahmen, dass der Betrachter manchmal sogar überlegen muss, was er vor sich sieht.

Horst Jäkel macht dieses Naturereignis im Bild erlebbar. Für Liebhaber der Natur ist diese Ausstellung ein Muss. Orchideenliebhaber Hans Steinborn aus Forst fotografierte selbst. „Es ist unglaublich, wie detailgetreu und sauber die Aufnahmen Jäkels sind“, ist er beeindruckt. Auch seine Frau Ruth kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus: „Einfach toll, Tiere und Pflanzen auf diese Art betrachten zu können.“

Bis zum 2. Mai ist die Ausstellung dienstags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie freitags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppenbesuche sind nach telefonischer Anmeldung unter (03562) 9 73 56 auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Auch für Schulklassen ist der Besuch im Rahmen des Naturkundeunterrichts zu empfehlen.

(ja)