Neuer Vereinsvorsitzender
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Newsarchiv 2004

Lausitzer Rundschau von 29.04.2004

Hans Dobbert, Forster Apotheker im Ruhestand, trat Nachfolge von Beate Schneider an

Museumsverein hat neuen Chef

Forst.  Der Museumsverein der Stadt Forst hat einen neuen Vorsitzenden: Hans Dobbert übernahm die Geschicke des 128 Mitglieder zählenden Vereins. Der 66-jährige Apotheker im Ruhestand trat die Nachfolge von Beate Schneider an. Dobbert wurde während der vergangenen Mitgliederversammlung gewählt.

«Beate Schneider schied nach acht Jahren aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand aus, bleibt aber Vereinsmitglied» , sagte gestern Nachmittag Geschäftsführerin Angela Maaß während der Vorstellung des neuen Vorstandes.

Hans Dobbert hat sich nach eigenen Angaben zunächst zwei Vorhaben auf die Fahnen geschrieben: Zum einen möchte er die Arbeit im Verein «breiter streuen» und dabei die Neugierde bei Jugendlichen wecken, Mitglied zu werden und sich im Museum zu engagieren. «Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei knapp 60 Jahren» , so der neue Vorsitzende. «Das jüngste Mitglied ist 14, das älteste 93 Jahre alt» , ergänzte Geschäftsführerin Maaß. «Geschichte wird im Unterricht relativ trocken behandelt. Hier im Museum wird sie lebendig» , warb auch Leiterin Michaela Zuber für ihr Haus.

Außerdem möchte Vorsitzender Dobbert sich dafür einsetzen, dass der Verein die Kontakte zu den polnischen Nachbarn intensiviert. «Ein Großteil unseres geschichtlichen Werdens ist mit dem Land jenseits der Neiße verbunden» , erklärte der 66-Jährige. Erste gute Ansätze wie die Fachkonferenz in Zary (Sorau) Mitte dieses Monats über das Wirken des Adelsgeschlechts der Biebersteiner könnten ausgebaut werden. «Da haben wir für die nächste Zeit viel zu tun» , ist sich Hans Dobbert sicher.

Ein weiteres großes Vereins-Projekt in diesem Jahr ist die Herausgabe eines Forster Jahrbuches. Es sollte ursprünglich bereits Ende 2003 auf den Markt kommen. Jetzt ist laut Hans Dobbert mit einer Veröffentlichung Ende dieses Jahres zu rechnen. «Darin sollen in einzelnen Beiträgen die Geschehnisse früherer Zeiten und der Gegenwart dargestellt und abgerundet behandelt werden» , sagte der Vereinschef. Daraus soll sich eine Jahrbuch-Reihe entwickeln. «Die Beiträge für den ersten Band sind fertig» , so Dobbert. Die erste Auflage sei in einer «bescheidenen Höhe» geplant, Zahlen verriet der Vorsitzende nicht. Er sei bereits froh, wenn das Jahrbuch kontinuierlich als periodisches Werk erscheinen werde.

Das Museum selbst hat für dieses Jahr wieder zwei Sonderausstellungen im Programm: Ab 14. Mai werde unter der Rubrik «Künstler aus Forst» ein Querschnitt der Arbeiten von Richard Flockenhaus (1876 geboren in Forst, verstorben 1943 in Berlin-Steglitz) zu sehen sein, so Leiterin Michaela Zuber. Mit der Geschichte der Textilindustrie in Forst und dem Umland beschäftigt sich ab September eine weitere Sonderausstellung. Sie wird von der Weihnachtsausstellung abgelöst.

Das Brandenburgische Textilmuseum Forst besuchten nach Angaben der Geschäftsführerin Angela Maaß vergangenes Jahr knapp 7000 Gäste. Dies seien rund 800 mehr gewesen als ein Jahr zuvor. Zum Museumsteam gehören fünf Angestellte sowie zwei geförderte Arbeitnehmer. «Außerdem helfen Sozialhilfeempfänger täglich bis zu drei Stunden» , so Angela Maaß. Hinzu kämen rund 20 Vereinsmitglieder, die ehrenamtlich die Öffnungszeiten absicherten.

Hintergrund: Der neue Vorstand des Museumsvereins

Neben dem Vorsitzenden Hans Dobbert gehören auch Hagen Pusch als Stellvertreter, Geschäftsführerin Angela Maaß, Museumsleiterin Michaela Zuber und Schriftführerin Siegrid Henschke zum Vorstand des Museumsvereins der Stadt Forst. Beisitzer sind Sven Zuber (Hauptamtsleiter, bisher stellvertretender Vorsitzender), Leonhard Koch, Stefan Buss, Katharina Owczarek und Editha Nakoinz-Gottschalk.

Von Tilo Winkler