Studienfahrt ins Havelland
[Home] [News] [Newsarchiv] [2001] [Studienfahrt ins Havelland] 

Newsarchiv 2001

Studienfahrt ins Havelland

Meldung vom 25. November 2001
Eingangsschild zur Handweberei in Geltow Ausstellung in der Handweberei Geltow Blick von der Windmühle zur Heilig-Geist-Kirche in Werder

Am 6. Oktober 2001 führte der Museumsverein der Stadt Forst (L.) e.V. seine 15. Studienfahrt durch. Ausgewählte Orte waren diesmal Potsdam, Geltow und Werder (Havel). Erste Station war das erst am 18. August 2001 eröffnete Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte am Neuen Markt in Potsdam. Ursprünglich diente der im 17. Jahrhundert errichtete Barockbau der Unterbringung königlicher Kutschpferde. Gegenwärtig beherbergt es die erste gemeinsame Landesausstellung in Berlin und Brandenburg mit dem Titel "Marksteine. Eine Entdeckungsreise durch Brandenburg-Preußen". Die "Marksteine" setzen mit dem frühen Mittelalter ein und reichen bis zur Wiederbegründung des Landes Brandenburg 1990. Der Schwerpunkt liegt auf Brandenburg als der einstigen preußischen Kernprovinz und entspricht damit dem Umstand, daß die Kurmark seit der Königskrönung 1701 immer mehr als Teil des preußischen Staates wahrgenommen wurde. Brandenburger wurden preußische Staatsbürger, brandenburgische Geschichte gleichzeitig preußische. em Umstand, daß die europäische Kultur maßgeblich durch die christliche Religion beeinflußt wurde, trägt der erste Ausstellungsabschnitt mit vielen originalen Ausstellungsstücken, vorrangig des Mittelalters Rechnung. Über die dunklen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges berichten Waffen, Schlachtpläne, zeitgenössische Grafiken und Trophäen. Viele weitere originale Ausstellungstücke zu den verschiedensten Themen vervollständigen die geschichtliche Darstellung bis 1990.

Weiter ging es von Potsdam ins schöne Havelland nach Geltow, einem Ort mit einer mehr als 1000jährigen Geschichte. Nach einem sehr interessanten Vortrag der vielen Forstern bekannten Frau Ulla Schünemann konnte das Aktive Museum für Handweberei besichtigt werden. Mehrere große Handwebstühle, bis zu 300 Jahre alt, sind in dem Gebäudekomplex aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt. Durch ihren ständigen Einsatz wird die traditionelle Kunst der Handweberei gepflegt. Historische Stoffe, mit Naturfarben gefärbt, werden restauriert oder nach alten Mustern neu hergestellt.

Den Abschluß bildete eine eindrucksvolle Inselführung in Werder mit Besichtigung der historischen Bockwindmühle, der neugotischen Heilig-Geist-Kirche aus dem Jahr 1857 von August Stüler und des liebevoll gestalteten Obstbaumuseums, welches den traditionellen Haupterwerbszweig der Insel veranschaulicht.

Die Fahrt bot allen Teilnehmern Gelegenheit, ihr eigenes Wissen zu erweitern sowie Anregungen für weitere "Erkundungen" innerhalb des Landes Brandenburg. Besonderer Dank gilt auch der Neisseverkehr GmbH und dem Busfahrer, Herrn Kehler, die ebenfalls zum Gelingen der Fahrt beitrugen.