Buchlesung mit Ingrid Ebert
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Newsarchiv 2001

"Hammer, Kreuz und Schreibmaschine"

Meldung  vom 19. Juni 2001
Über 80 Gäste am Freitagabend im Museum... Buchautorin Ingrid Ebert Nach der Lesung...
Ehemann Wilfrid Ebert umrahmte den Abend musikalisch. Buchverkauf durch das Gutenberg-Haus

In immer wiederkehrender und loser Folge veranstaltet der Museumsverein der Stadt Forst (L.) e.V. interessant gestaltete Kulturabende, mit sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Inhalten.

Der vergangene Freitag, 15. Juni 2001, war wieder so ein Abend. Eingeladen war zu einer Buchlesung.

Frau Ingrid Ebert, vielen Forstern durch ihre Arbeit in der Lokalredaktion einer Lausitzer Tageszeitung bekannt, las aus ihrem vor kurzem im Oncken-Verlag erschienenen Buch "Hammer, Kreuz und Schreibmaschine".(Untertitel: "Aus dem Tagebuch einer gelernten DDR-Bürgerin")

Vor gut besuchtem Hause, machte Frau Beate Schneider, die Vereinsvorstizende, in ihrer Begrüßung darauf aufmerksam, dass es bereits das fünfte Buch der gebürtigen Forsterin ist, aus welchem an diesem Abend gelesen wird und stellte dem Vortrag ein Zitat von Jean Paul voran. - "Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist." - Und um das Leben, das Leben der Ingrid Ebert, einer bekennenden Christin, eines heranwachsenden Mädchens, einer jungen Frau, einer berufstätigen Mutter, ging es dann auch in der anschließenden Lesung.

Aufgeregt ist die Autorin, wie sie selbst eingesteht. Eine Forsterin vor Forster Publikum, da ist schon manches anders.

Aber das in Tagebuchform geschriebene Buch machte es Frau Ebert und auch den Zuhörern leicht, jederzeit einen "Einstieg" in den Inhalt zu bekommen. Kurzweilig und mit teilweise humoristischen Kommentaren untersetzt, ließ sie alle Anwesenden ein Stück teilhaben, an alltäglichen Dingen, die sie als Christin und wacher Mensch erlebte, aber auch ständig hinterfragte. Das schafft in dieser gewählten Form einen tiefen Einblick in die "deutsche demokratische" Befindlichkeit von damals. Ruft einem selbst Widerfahrenes und Erlebtes in Erinnerung, denn auch mein zu Hause liegt ein Stück weit in der ehemaligen DDR.

So mag es vielen gegangen sein, an diesem Abend, was in anschließenden kleinen Gesprächsrunden auch immer wieder zum Ausdruck kam. Und wer diesen direkten Vergleich nicht nachvollziehen konnte, der hatte doch gute Gelegenheit, etwas über die nun gesamtdeutschen Menschen aus dem östlichen Teil des Landes zu erfahren und seinen Vertrautheiten von der anderen "Seite" gegenüber zu stellen.

Frau Ebert selbst sagt über dieses Buch, dass sie froh ist, noch einmal soweit gekommen zu sein. Ursprünglich hatte sie an zwei Bücher gedacht, die unter den Arbeitstiteln "Sechse kommen durch die ganze Welt" und "Deckname Erika" auch schon konkrete Züge angenommen hatten. Dem herausgebenden Verlag ist es zu danken, dass diese beiden Arbeiten nun vereint in dem vorliegenden Buch zu haben sind.

Ein sehr persönliches Buch sei es, aber keine Biographie und schon gar nicht ihre Memoiren, betont Frau Ebert. Es ist auch keine Abrechnung mit einem überlebten System. Es ist ein Stück Zeitgeschichte, wert, anderen Menschen ein Bild zu zeichnen, von Dingen, die im Großen und Ganzen gesehen, sicher nicht viel Aufregendes haben, deren Einzelheiten aber so fassettenreich sind, dass es Spaß macht, zu verweilen und in sich zu betrachten.

Beifall, Blumen und Dankesworte. Schnell war die Zeit vergangen. Nun hatte das Ehepaar Nickel vom Forster Gutenberg-Haus alle Hände voll zu tun. Das eben gelesene und ein zweites Buch, "Dienstags in der Mauergasse", werden zum Kauf angeboten und die Autorin war gern bereit, die erworbenen Exemplare zu signieren.

Nicht unerwähnt darf bleiben:.... Musikalisch wurde die Lesung von Frau Eberts Mann gestaltet, der mutig vor dem versammelten Publikum in die Saiten seiner Gitarre griff und einige Lieder zu Gehör brachte.

Ein großes Dankeschön auch an die Vorbereiter dieses Abends, für die passende Dekoration, die eine anheimelnde Atmosphäre schuf und an das Ehepaar Ebert, das noch für viele Fragen an diesem Abend Rede und Antwort stand.

Hagen Pusch, Juni 2001

Meldung vom 12. Juni 2001

Klicken Sie hier...Der Museumsverein der Stadt Forst (L.) e.V. lädt alle Mitglieder, Freunde und Förderer zu einer Lesung der Forster Autorin Ingrid Ebert aus ihrem Buch "Hammer, Kreuz und Schreibmaschine" – Aus dem Tagebuch einer gelernten DDR – Bürgerin mit musikalischer Umrahmung durch die Familie Ebert sehr herzlich ein.

Die Lesung findet am Freitag, dem 15. Juni 2001, um 19.30 Uhr im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (L.) statt.

Ein bewegendes Tagebuch und ein Stück Zeitgeschichte

Eine plötzliche Begegnung mit der Vergangenheit führt Ingrid Ebert in die Gauck – Behörde und schließlich nach zu Hause zu ihren Tagebüchern. Seit sie vierzehn ist, hat sie ihre Erlebnisse, Gedanken und Träume aufgeschrieben.

Und sie erinnert sich: an die Schulzeit, das kritisch beäugte Engagement in der Baptistengemeinde, ihre Arbeit als Lokalredakteurin, Heirat, Kinder, Freundschaften und Abschiede – und an den Mauerfall, der auf alles ein neues Licht wirft.

Gottvertrauen, das Leser in Ost wie West nicht loslassen wird.

Feedback

Ingrid Eberts Buch hat mich gefesselt. Es ist leicht zu lesen, interessant, unterhaltsam und bewegend. Es erzählt eine persönliche Geschichte – das Leben der Autorin von der 14-jährigen Schülerin, die als Christin gegen den Strom schwimmt, bis zur erfolgreichen Redakteurin und Mutter von 4 Kindern. Es erzählt gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte – vom Leben in der DDR, von Misstrauen und Bespitzelung, von politischen Ereignissen bis hin zum Mauerfall. Ich finde es bewundernswert, wie Ingrid Ebert auch in widrigen Umständen niemals den Mut und das Gottvertrauen verliert. Warmherzig nimmt sie Anteil am Leben von Freunden, setzt sich in der Gemeinde ein und schafft es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Beim Lesen war ich oft froh, dass ich in ganz anderen Verhältnissen aufgewachsen bin. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass Menschen aus jeder Lage das Beste machen können und dass ein frohes Leben auch in misslichen Umständen möglich ist – es kommt nur auf die Einstellung an. Ich möchte allen Frauen dieses Buch wärmstens empfehlen!

Ulrike Churchra