Ausstellung Willy Wolff
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Newsarchiv 2000

Finissage der Ausstellung Willy Wolff

Meldung vom 28. Juni 2000

Finnissage am Sonntag, dem 2. Juli 2000, um 15.00 Uhr im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (Lausitz)

Im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (Lausitz) geht am Sonntag die Ausstellung "Willy Wolff...." zu Ende. Am Nachmittag sind alle interessierten Kunstfreunde zu einer entspannenden Runde bei Kaffee und Kuchen eingeladen und haben die Möglichkeit in einer persönlichen Führung mit Herrn Dr. Weser Einblicke in das interessante Werk dieses zu DDR- Zeiten verkannten Dresdner Künstlers zu nehmen. Die Entstehung dieser recht ungewöhnlichen Ausstellung verdanken wir dem Ehepaar Dr. Weser, ihrer Freude an der bildenden Kunst und ihrer eifrigen Sammlerleidenschaft. Unterstützung erfuhr diese Forster Privatsammlung für diese Museumspräsentation aus dem Nachlass des Künstlers, wofür Herrn Pan Wolff aus Berlin ein ganz besonderer Dank gebührt.

Willy Wolff, 1905 in Dresden geboren und 1985 dort verstorben, zählt zu jenen Künstlern in der Kunstgeschichte, die mit ihrer Kunst der Zeit weit voraus waren und somit auf Mißverständnis und sogar auf Ablehnung gestoßen sind. Ein Künstlerschicksal, das uns in der Geschichte immer wieder begegnet. Seiner Frau Annemarie, die in erster Ehe mit dem Bildhauer Theo Balden verheiratet war, verdankt Willy Wolff die stete Unterstützung und Kraft für seine künstlerische Arbeit, obwohl er über die geringe öffentliche Anerkennung sehr verzweifelt war. 1970 sagte er in einem Gespräch: "Ich bin Mitte 60... und ich habe noch niemals eine Reihe von meinen Bildern an einer Wand gesehen. Ich weiß gar nicht, wie das wirkt, ich habe hier keinen Abstand... Ich kann nicht mehr malen...ich weiß nicht wohin mit den Bildern, die Garage ist voll." Damals vermochte sich keiner vorzustellen, dass seine Werke doch einmal in großen Museum und Sammlungen zu sehen sein werden. Und schon gar nicht, das einige Arbeiten einer Forster Privatsammlung und aus seinem Nachlass auch in unserer Stadt Forst, die von den Kunstmetropolen doch etwas entfernt ist, ausgestellt sein werden. Im Nachruf für Willy Wolff schreibt der Dresdner Kunsthistoriker Joachim Menzhausen 1985: "Er hat nie gemacht, was man von ihm wollte... Er sagte immer nur recht allgemein, dass er das mache, was er machen müsse. Punktum...So wie er ein wahrer Künstler war, war er auch ein wahrer Linker, versehen mit einem geradezu instinktiven Misstrauen gegen das Etablierte. Selbst als er es hätte sein können, war er es nie. Er war KP - Mitglied seit 1929, er war in der ASSO, aber schon vorher war er in der anarchistischen Jugendbewegung organisiert. Etwas von Revolte ist bei ihm immer gegenwärtig, frisch, unmittelbar und jugendlich, zugleich aber eine penible Ordnung, die von seinem Parkett bis zur Makellod´sigkeit seiner Farbflächen reicht... Die Natur... gab ihm die Schaffenskraft und -lust bis zuletzt. Er hat sich voll verwirklicht in einem Werk, dessen Möglichkeit er voll ausgeschritten hat, und das ihn teilhaben läßt an dem, was so viele erhoffen und so wenige erhalten: Unsterblichkeit, so weit unser Auge reicht."