10.Geburtstag des Museumsvereins
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Newsarchiv 2000

Die Hälfte ist erst geschafft

Bericht in der Lausitzer Rundschau vom 24. August 2000

Meldung vom 26. August 2000

Die Hälfte ist erst geschafft - Museumsverein feiert zehnten Geburtstag

Fünf Jahre ist es jetzt her, dass das Brandenburgische Textilmuseum mit einer Ausstellung eröffnete. Weitere fünf Jahre davor gründete sich der Museumsverein, um genau dies zu erreichen. Sven Zuber, hauptberuflich Chef des Hauptamtes der Stadt Forst, leitet seit Gründung die Geschäfte des Vereins und zieht Bilanz: "Wir haben uns einen festen Platz in der Museumslandschaftgeschaffen." Besonders bei den Museen, die sich mit Industriegeschichte beschäftigen.

Zuber kann das an Zahlen fest machen: 5000 bis 6000 Besucher zähle das Museum. "Laut Statistik liegen die Besucherzahlen von 60 Prozent aller Museen unter 5000." Da verberge sich ein Problem, das neben den knappen Finanzen nicht ganz so offensichtlich ist. "Wir haben einen Anspruch geschaffen, der jetzt gehalten werden muss."

Kosten, Kosten, Kosten

Das Museum bekommt einen jährlichen Zuschuss aus der Stadtkasse von 210 000 Mark. Da der Verein als Träger für das Museum fungiert, muss er den etwa 15 Mitarbeitern nicht den öffentlichen Tarif zahlen. Das spare Geld. Doch würde die Unterhaltung der Gebäude neben den Personalkosten stark ins Gewicht fallen.

Chancen, Geld im größeren Umfang zu erwirtschaften, sieht Zuber nicht. "Was machbar ist, haben wir bereits." Die Eintrittspreise müssten realistisch bleiben, es gibt einen Museumsladen, und der Verein bemühe sich um Sponsoren. "Oft stehen und fallen Angebote mit dem Geld der Sponsoren." Als Erfolg sieht der Geschäftsführer weiterhin, dass das Textilmuseum eines der Attraktionen für die Reiseveranstalter sei. Eine Besichtigung des Rosengartens kombiniert mit einem Besuch im Textilmuseum würde besonders Touristen aus dem Berliner Raum anziehen.

Der Stadt ein Gesicht geben

Doch ist das Textilmuseum nur die eine Hälfte der gestellten Vereinsziele. Der zweite Schwerpunkt sei die Schaffung eines Museums für Stadt- und Heimatgeschichte. Teilweise werde dieser Bereich durch Ausstellungen berührt, doch "müssen wir der Stadt ein Gesicht geben", sagt Vorstandsmitglied Zuber. Dies gehe am Besten anhand einer aufgearbeiteten Stadtgeschichte. "Das liegt mir besonders am Herzen."

Im September ist große Mitgliederversammlung geplant, derzeit zählt der Verein etwa 150 Leute. Dann stehen Vorstandswahlen an. "Wie ich mich so lange motiviert habe? Die Frage habe ich mir noch zu den Wahlen zu stellen."

Michael Hanschke