Wie Schule früher war
[Home] [Ausstellungen] [Ausstellungsarchiv] [ Wie Schule früher war] 

Ausstellungsarchiv

Wie Schule früher war

Schulgeschichte in der Stadt Forst (Lausitz)

10. November 2000 bis 21. Februar 2001

Jede Generation mit eigenen Erinnerungen... Eröffnung
Grußworte
Hintergründe

Eröffnung der Ausstellung am 10. November 2000

Singegruppe der Realschule Forst Über 70 Gäste zur Eröffnung Stellv. Vereinsvorsitzender Sven Zuber eröffnet Leihgeber Karl-Heinz Bernhardt
Einführungsvortrag von Dr. Andreas Kaiser Erinnerungen bei allen Generationen Viele Informationen zu Forster Schulen Einführungsvortrag von Dr. Andreas Kaiser
Ehrenvorsitzender Joachim Unger Selber ausprobieren
Forster Stadtkanal bei Dreharbeiten der Ausstellungseröffnung Viele Informationen zu Forster Schulen Eröffnung der Ausstellung am 10.11.2000 Einführungsvortrag von Dr. Andreas Kaiser

Sven Zuber
Stellvertretender Vorsitzender des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e.V.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Gäste, liebe Mitglieder des Museumsvereins,

heute Abend sind wir zusammengekommen, um die Ausstellung

Wie Schule früher war

zu eröffnen.

Es freut mich, Sie heute Abend begrüßen zu dürfen, nicht nur zu dieser neuen Ausstellung, sondern auch zu einem Jubiläum.

Seit Eröffnung des Brandenburgischen Textilmuseums vor 5 Jahren wird der Museumsverein hiermit auch die 20. Sonderausstellung in diesem Haus eröffnen.

Ein erfreulicher Anlaß, der Zeit und Muße gibt dankend zurückzusehen, aber auch an die Mühen der beteiligten Mitarbeiter, Mitglieder und Freunde des Museumsvereins erinnern soll.

20 Ausstellungen im Brandenburgischen Textilmuseum bedeuten aber auch seit 1995 20 Ausstellungen in Forst (Lausitz).

Der Verein konnte mit seiner beharrlichen Arbeit und der Unterstützung Vieler die Institution Museum als einen Ort der Bewahrung und Forschung der Geschichte in unserer Stadt nachhaltig etablieren.

Damit wurde nicht unwesentlich das kulturelle Gesicht der Stadt geprägt.

Die Seele unserer Stadt ist im Zeitalter der Globalisierung vielen von uns Fremd geworden.

Unser Anliegen bei der Gründung des Museumsvereins 1991 orientiert sich daran, unserer Stadt ihr Gedächtnis wieder zurückzugeben und ihre Seele zu bewahren.

Zehn Jahre später bemühen sich heute 140 Mitglieder des Vereins im Sinne dieser Gedanken.

So ist es für uns auch immer selbstverständlich gewesen unsere Sonderausstellungen für Kinder und Jugendliche der Kindertagesstätten und Schulen erlebbar zu machen. Museumspädagogische Programme unserer Mitarbeiter, aber auch der Mitglieder und Freunde des Vereins wurden und werden immer dankbar angenommen. Zwischenzeitlich wächst nach fast 50jähriger zwangsweiser Zurückhaltung, wieder eine Generation heran, die zumindest in ihrer Schulzeit mehrmals das Museum unserer Stadt aufmerksam besucht und ihre Geschichte und Geschichten mit den Frauen und Männern vergangener Jahrhunderte verstehen gelernt hat.

Bewahren wir dieses gemeinsam für die Zukunft, damit das vielschichtige kulturelle Gesicht unserer Stadt keine Runzeln bekommen möge.

Heute nun steht die Schule selbst im Mittelpunkt einer Sonderausstellung.

Die vermittelten Werte in der Schule spiegeln immer den Zeitgeist der Geschichte wieder. Ein Spiegelbild von Traditionen, Werten und Wissen.

Schule in Forst brachte in der Vergangenheit nicht nur Menschen hervor, aus denen große Wissenschafter, Mediziner, Politiker und Sportler wurden, sondern auch Lehrer, die in der Geschichts- und Naturforschung unserer Region ihre wertvollen Spuren hinterließen.

Lehrer bildeten einen Kristallisationspunkt für bürgerliches Wirken mit christlichen abendländischen Werten. Lehrer wie Hermann Standke, Paul Decker und Ernst Behr führten die Stadt zu einem regionalen angesehenen Zentrum des Wissens und gaben dieser eine Heimat im Museum, welches nunmehr vor hundert Jahren gegründet wurde.

Ihren und den Mühen unzähliger Mitstreiter verdanken wir die Bewahrung unserer Geschichte. Und so können wir heute auch mit Achtung vor dem Wirken dieser Menschen und in ihrem Gedächtnis heute Abend diese 20. Ausstellung eröffnen.

Zur Ausstellung sind Exponate des ehemaligen Forster Lehrers Karl-Heinz Bernhardt, des Brandenburgischen Textilmuseums mit dem Museumsverein und einiger privater Leihgeber gekommen. Ihnen allen herzlichen Dank für das Engagement in den letzten Monaten und Wochen.

Besonders möchte ich mich auch bei den Mitarbeitern des Museums bedanken. Für die inhaltliche Aufarbeitung bei Silke Jung und Michaela Zuber, beide sind heute leider aus familiären Gründen nicht unter uns, sowie bei Gabriele Peschmann und Angela Maaß und den Kolleginnen und Kollegen, die den Aufbau der Ausstellung mit zu verantworten hatten.

Im Anschluß hören Sie Einführungen zum Thema von Dr. Andreas Kaiser, dem Schulamtsleiter der Stadt Forst (Lausitz), und Herrn Karl-Heinz Bernhard, dem wir dem wesentlichen Kern der hier zur Ausstellung gekommenen Exponate verdanken.

Herzlichen Dank!

Hintergründe

Die Ausstellung ist in 4 Abschnitte gegliedert:

  1. Die Anfänge der Schule in Forst bis 1815
  2. Die Schule unter Preußen, Bismarck und im 1. Weltkrieg (1815 bis 1918)
  3. Die Schule in der Zeit der Weltwirtschaftskrise und im Nationalsozialismus (1919 bis 1945)
  4. Die Schule in der DDR (1945 bis 1989)

In jedem Abschnitt wird die allgemeine deutsche Geschichte, die Stadtgeschichte und die Schulgeschichte in einem engen Zusammenhang aufgezeigt.

Die erste Schule gab es 1530 in Forst. Die Lehrkörper zu dieser Zeit waren der Rektor, der Kantor und der Auditor. Das blieb auch etwa 300 Jahre so. Die Schulentwicklung in Forst wurde durch häufige Brände (1589, 1627, 1645, 1686, 1748) immer wieder zurückgeworfen.

Der eigentliche Aufschwung im Schulwesen ist erst ab 1815 zu verzeichnen als die Niederlausitz und damit auch Forst zu Preußen kam. Es wurde eine Schulordnung erlassen und es bestand eine allgemeine Schulpflicht. Die Entwicklung der Schulen war eng gekoppelt mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Forst.

1815 gab es zwei Schulhäuser in Forst (Amtstraße und Jägerstraße).

1846 wurde von den Stadtverordneten der Neubau eines Schulhauses beschlossen.

Die Einweihung dieser Schule erfolgte am 8. Oktober 1849 am Lindenplatz. In diesem Gebäude waren Bürgerschule und Stadtschule untergebracht.

1871 gab es in Forst 4 Schulen.

In ihnen wurden 1300 Kinder unterrichtet.

Die Stadtverordneten beschlossen 1873 die Gründung einer höheren Schule. Daraufhin wurde 1886 das sogenannte Georgianum eröffnet. Erweiterungsbauten zu der Schule am Lindenplatz wurden 1874 in Betrieb genommen.

1880 gab es in Forst bereits 7 Schulen.

Nach dem 1. Weltkrieg verlor die Kirche immer mehr von ihrem Einfluß auf die Schulen.

Die Eingemeindung der Orte Eulo, Noßdorf und Sacro erfolgte 1940.

Einziger Schulneubau an einem neuen Schulstandort in Forst von 1945 bis 1989 war die Grundschule 2 in der Max-Fritz-Hammer-Straße.