Tapisserie
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Ausstellungsarchiv

Tapisserie - ein Fest für`s Auge

Teppiche und Collagen von Ingeborg Flierl

11. 03.2005 bis 24.04.2005

Ingeborg Flierl

Balancierender Hahn 1980

Informationen

Die Tradition der Bildteppichkunst reicht bis in alle antiken Hochkulturen zurück. Aber auch aus dem 12. bis zum 18. Jahrhundert sind uns wertvolle Bildteppiche erhalten geblieben. Der Niedergang der Bildteppichweberei vollzog sich im 19. Jahrhundert mit der Trennung der Künste untereinander. Die seitdem einsetzende Sinnentleerung und Verflachung dieser Kunst halten trotz verschiedener Wiederbelebungsversuche bis zur Gegenwart an. Neuere, erfolgversprechende Ansätze gibt es beispielsweise auf Burg Giebichenstein bei Halle/Saale. Hier werden von Künstler Auftragsarbeiten angefertigt und in einer Schule das nötige Know-How vermittelt.

Ingeborg Flierl orientiert sich seit dem Beginn ihres Schaffens an den besten Traditionen, bemüht sich, davon zu lernen und für sich und i h r e Gobelinkunst anzuwenden, was sich als sinnvoll zur Verarbeitung erweist.

Bemerkenswert ist, dass sie mit Konsequenz i h r e n künstlerischen Weg ging, der handwerkliche Solidität, Kreativität und Inhalte der Themen bedeutet. Ebenso war es für Ingeborg Flierl selbstverständlich, sich in allen ihren Möglichkeiten auszuprobieren, was im Laufe der Jahre eine erstaunlich weite Spanne der inhaltlichen und formalen Ergebnisse erkennen ließ. Gobelins, die von Symbolen heiter aufgefasster menschlicher Schwächen oder Zuständen (Balancierender Hahn, 1980) bis zu Deutungen heutigen Lebensgefühls und -realitäten (Ausblicke, 1989) von ihr geschaffen wurden, zeugen von der Weite des Möglichen.

Über ihr Anliegen schreibt Ingeborg Flierl selbst: "Ich versuche mit meinen Arbeiten Lebensqualität aufzuspüren und Befindlichkeiten darzustellen in einer Form von Gleichnissen oder Verschlüsselungen, was dem Gobelin entgegenkommt. Für mich muss ein Bildteppich ein Fest fürs Auge sein. Er ist als ein Gegenstand des täglichen Umgangs gedacht, er soll mit seinen Farben und Formen lebensbejahend sein, voller Poesie und zur Meditation verführen."

Die Künstlerin entwirft und webt alle ihre Gobelins selbst. Dazu gehört auch das Einfärben der Wolle ebenso wie das Einrichten des Webstuhls.

Mit dieser Ausstellung fand eine einmalige Vorstellung der bisherigen Arbeit Ingeborg Flierls auf dem Gebiet der Gobelinweberei statt. Gezeigt wurden 31 Arbeiten aus der Zeit von 1968 bis 2004.