Rote Kapelle
[Home] [Ausstellungen] [Ausstellungsarchiv] [Rote Kapelle] 

Ausstellungsarchiv

Rote Kapelle. Ein Porträt der Widerstandsgruppe um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen.

Oda Schottmüller – Tänzerin, Bildhauerin, Nazigegnerin

12.04.2008 - 01.06.2008

LR vom 14.04.2008

Wanderausstellung über Oda Schottmüller im Forster Textilmuseum eröffnet

Bewegende Dokumente des Widerstandes

Forst.  Die Wanderausstellung „Oda Schottmüller. Tänzerin, Bildhauerin und Nazigegnerin“ und «Die Rote Kapelle» , die im Jahr 2006 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin erarbeitet wurde, ist am Wochenende im Textilmuseum Forst eröffnet worden.

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage durch Elisabeth Menzel am Klavier.

Museumsleiterin Michaela Zuber erläuterte in ihrer Eröffnungsrede die Geschichte der „Roten Kapelle“, die heute vor allem für die Widerstandsgruppen um den Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen und den Ökonom Arvid Harnack steht. Trotz unterschiedlicher politischer Vorstellungen habe der Konsens in der Oppositionshaltung zum NS-Regime und im Festhalten an humanistischen und sozialistischen Werten bestanden.

Oda Schottmüller nahm in Berlin Tanzunterricht und begann gleichzeitig eine Ausbildung als Bildhauerin. Trotz zunehmender Einschränkungen künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten arbeitete sie nach 1933 weiter. Sie traf auf Fritz Cremer und andere bildende Künstler, die ihre Haltung gegen das Nazi-Regime nicht verhehlten. Sie lernte Schulze-Boysen, die Ärztin Elfriede Paul, den Schriftsteller Günther Weisenborn und andere kennen, die politische Fragen diskutierten.

In der Ausstellung wird in Wort und Bild gezeigt, dass Oda Schottmüller von der Gestapo dem Fahndungskomplex der «Roten Kapelle» zugeordnet wurde. Sie wurde 1943 zum Tode verurteilt und in Plötzensee hingerichtet.

Schon vor der offiziellen Eröffnung besuchten nach Angaben der Museumsleiterin Schulkassen die Ausstellung. Großes Interesse habe auch der Film gefunden, in dem verschiedene Zeitzeugen von Oda Schottmüller zu Wort kommen. „Schulklassen sollten etwas Zeit einplanen, da allein der Film über 90 Minuten geht“, rät Michaela Zuber.

Gudrun Teschner gehörte zu den interessierten Besuchern der Vernissage. Sie bewege es, dass die Frau, die im selben Jahr wie ihre Mutter geboren ist, aufgrund ihrer Gesinnung hingerichtet wurde.