Richard Flockenhaus
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Ausstellungsarchiv

Künstler aus Forst IV

Richard Flockenhaus

14.05.2004 - 15.08.2004

Informationen

Richard Flockenhaus, 1876 in Forst geboren, besuchte das Gymnasium in Cottbus, das Luisenstädtisches Gymnasium und die Königliche Kunstschule in Berlin sowie die Akademie in Amsterdam.

In seinem Schaffen gelangte Flockenhaus zu einer ihm eigenen Größe, obwohl er sich keiner der zu seinen Lebzeiten "modernen" und stark beachteten künstlerischen Stilrichtungen unmittelbar anschloss. lockenhaus schuf weniger das, was die Menschen gerade zu sehen erwarteten. Und doch, oder gerade deshalb, ist sein Werk inhaltlich schwer und von drängender Fülle.

Am Beginn seines Schaffens standen kunstgewerbliche Arbeiten, wie Friese und Tapetenentwürfe. Ihnen folgten Illustrationen u.a. für Kinder- und Jugendbücher. Von hier führte ihn sein Drängen zur großen Kunst. Naturgemäß schlug sich der Zeitgeschmack in seinen frühen Arbeiten nieder, aber einer Schule oder Richtung folgte Flockenhaus keineswegs. Seine Entwicklung beruhte in erster Linie auf freiem Selbstunterricht. Dass ihn die Selbstkritik nie verlassen hat, zeigt die große Zahl der Zustandsdrucke und der wieder verworfenen Druckplatten in seinem graphischen Werk.

Das einschneidenste Erlebnis in seinem Leben, welches ihn befähigte, alles Fremde in seiner Kunst von sich abzuwerfen, war der Erste Weltkrieg. Er erlebte ihn als Frontkämpfer mitten im Brennpunkt der Schlachten und wurde so Zeuge der gewaltigen Geschehnisse. Die seelische Verarbeitung dieser Erlebnisse brachte ihm den Aufschwung zum Monumentalmaler und förderte seine Entwicklung zum Graphiker. Bis zu seinem Tod setzte sich Flockenhaus immer wieder mit dem Thema "Krieg" auseinander.

Bei aller Hervorhebung der Kriegsbilder des Künstlers, die seinem Schaffen das entscheidende Gesicht verliehen, kann Flockenhaus nicht ausschließlich als Kriegsmaler bezeichnet werden. In zahlreichen Werken stehen Themen aus dem Krieg und religiöse Darstellungen nebeneinander. Figürliche Darstellungen erscheinen, darunter musizierende und arbeitende Menschen, Werke, die ihn unmittelbar zum Bildnis führten. Außerdem entstanden eine Reihe Tierbilder und Landschaftsradierungen, für die Flockenhaus zunächst heimatliche Motive verwandte, um später Mittel- und Hochgebirge wie auch Italien in den Kreis der Darstellungen zu ziehen. Flockenhaus begeisterte sich für die Schönheit des menschlichen Körpers und die seelische Fülle des menschlichen Antlitzes.

Besonders stark im graphischen Werk des Künstlers hervortretend und kunstgeschichtlich bedeutsam sind die von ihm geschaffenen Holzschnitte. Flockenhaus begann erst 1930 in Holz zu schneiden. Wie sehr ihm der hier notwendige Zwang zur Vereinfachung liegt, zeigen die seitdem in rascher Folge entstandenen Arbeiten.

Auch in der Ausgestaltung von Kirchen in der Umgebung von Berlin machte sich Richard Flockenhaus einen Namen. Von ihm stammen beispielsweise die Entwürfe für die Fenster in der Sakristei der Kirche Birkenwerder und die Ausmalung der Altarnische in Hennigsdorf.

Nachdem Flockenhaus, in Forst geboren, in seinem Leben durch halb Europa - von Deutschland über Frankreich und Italien nach Ostpreußen - geführt wurde, schließt sich mit der Rückkehr eines beträchtlichen Teiles seiner künstlerischen Werke und der ihm gewidmeten Ausstellung der große Kreis.