Künstler aus Forst
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Ausstellungsarchiv

Künstler aus Forst

Gotthard Junghans - Manfred Gebhardt - Jürgen Roy

22. September 2001 bis 11. November 2001

Eröffnung
Presse
 

Eröffnungam 22. September 2001

Ausstellungseröffnung Musikalisches Programm von Christina Spiegelberg und Gotthard Junghans Ausstellungseröffnung
G.Junghans: Mädchen mit Krug, 1955, Kirsche

v.l.n.r.: Manfred Gebhardt, Jürgen Roy, Bürgermeister Dr. Gerhard Reinfeld
G.Junghans: Gespräch, 1993, Eiche Ausstellungseröffnung

Lausitzer Rundschau vom 24. September 2001

Forst mit den Augen von Künstlern gesehen

Neue Sonderausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum Forst eröffnet

Im Textilmuseum werden bis zum 11. November Werke von in Forst geborenen oder dort tätigen Künstlern ausgestellt. Zu sehen sind Malereien und Grafiken von Manfred Gebhardt und Jürgen Roy sowie Skulpturen von Gottfried Junghanns.

Am Freitag wurde die Ausstellung eröffnet. Nach Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, vorgetragen von Christina Spiegelberg, Violine, und Gottfried Junghanns, Cello, begrüßte Beate Schneider, Vorsitzende des Museumsvereines der Stadt Forst e.V., die Besucher. Alle drei Künstler fertigten ihre Arbeiten unabhängig voneinander an, trafen erstmals in der Ausstellung aufeinander.

Faszinierend die Bilder von Jürgen Roy. Egal ob Aquarell, Ölpastell, Radierung, Monotypie, Tempera oder Bleistift- und Federzeichnung, alle Werke spiegeln die Liebe zur Natur in wild romantischen Szenen, hohen Himmeln und niedrigen Horizonten wider. Der Betrachter ahnt, dass dem Künstler besonders das Meer am Herzen liegt. Aber auch Portrait und Stilleben ziehen in ihren Bann. Roy stellt natürlich auch Zeichnungen aus der unmittelbaren Umgebung von Forst aus, wie zum Beispiel die "Neißelandschaft bei Forst " , eine Federzeichnung, die im Januar 1972 entstanden ist.

Gottfried Junghanns begeistert die Besucher mit Plastiken aus Eichen- , Birnen aber auch Kirschenholz. Zu seinen Werken gehört zum Beispiel "Das Kinderpferd " , gearbeitet aus Linde. Zu sehen sind drei Kinder auf einem Pferd reitend, welches von einem anderem Kind geführt wird. Auch die Plastik "Mädchen mit Krug " aus Kirsche spiegelt alltägliches Leben wider. Viele Figurstudien lassen das letztendliche Ergebnis seiner Arbeiten erahnen. Werke von ihm sind aber auch in der Stadtkirche St. Nikolai in der Bonhoefferkapelle zu finden.

Nicht zuletzt sorgte der Maler Manfred Gebhardt für wunderschöne Ausstellungsstücke. Landschaften, Stilleben, Portraits ­ er begeistert mit natürlichem Charme. Egal ob "Gut behütet " , eine Großmutter mit ihrem Enkelkind, oder die Stilleben von Balkonen und Gärten ­ vor allem durch die Natürlichkeit der Werke werden die Besucher der Ausstellung in den Bann gezogen. Gebhardts zweite Leidenschaft ­ die Musik ­ ist erkennbar in Werken wie "Stilleben mit Violine " aus dem Jahre 1995, "Stephan T. ", eine Leihgabe der Familie Tietz, von 1966, aber auch im Aquarell "Stilleben mit Saxophon " , ganz aktuell aus dem Jahre 2001. Heike Richter, eine ehemalige Kollegin von Manfred Gebhardt, ist begeistert von den gezeigten Ausstellungsstücken. Zwei Jahre durfte sie mit dem Künstler als Lehrerin für Kunsterziehung an einer Schule zusammenarbeiten. Früher war sie seine Schülerin, heute unterrichtet sie den Enkel Gebhardts.

Lausitzer Rundschau vom 27. September 2001

Eine von Harmonie geprägte Kunst

Reihe "Künstler aus Forst " wird fortgesetzt / Bilder dreier Maler aus Forst sind in einer Ausstellung vereint

Eine Gemeinschaftsausstellung der Forster Künstler Gottfried Junghanns, Manfred Gebhard und Jürgen Roy ist zurzeit im Textilmuseum Forst zu sehen. Mit dieser Ausstellung in der Reihe "Künstler aus Forst " soll die regionale bildende Kunst aus und um Forst vorgestellt werden.

Von Jana Pozar: Das Anliegen der Ausstellung sei es, Werke von in Forst geborenen oder hier tätigen Künstlern vorzustellen, so Beate Schneider, die Vorsitzende des Museumsvereins. Alle drei Künstler seien genaue Beobachter der Natur, deren Kunst von Harmonie geprägt ist. Unabhängig voneinander entstanden die Werke der drei Künstler, die sich zur Vernissage erstmals trafen.

Gottfried Junghanns’ Skulpturen

Gottfried Junghanns wurde im Jahre 1922 in Jena geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1941, musste er Arbeits- und Kriegsdienst leisten, geriet dann von 1945 bis 1948 in englische Gefangenschaft. 1949 studierte er an der Pädagogischen Fakultät der Universitäten Jena und Greifswald Methodik und Didaktik in der Unterstufe und Kunsterziehung. Zunächst war er als Kunsterzieher in Thüringen tätig. Seit 1957 lebt und arbeitet er in Forst und ist seitdem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Bildende Kunst unter Lothar Pfeifer. Dem 1961 ausgesprochenen Berufsverbot als Lehrer folgten eine Umschulung zum Tischler und 1964 eine Ausbildung zum Betonfacharbeiter. Bereits in seiner Jugend verschrieb er sich der Kunst, Bildwerke aus Holz zu schaffen und damit reine Materialschönheit sprechen zu lassen. Seine Skulpturen fertigt er aus verschiedenen Holzarten wie Eiche, Linde, Birne, Birke aber auch Pappel, Kirsche und Rotdorn. In seinen Kunstwerken spiegeln sich alltägliche Szenen wider. Eines seiner ersten Werke war das "Pferd " aus dem Jahr 1942, gefertigt aus Pappel. Die Christusfigur in der Bonhoeffer Kapelle in der Forster St.Nikolai-Kirche wurde ebenfalls von Gottfried Junghanns hergestellt.

Manfred Gebhardt ­ Musik im Bild

Manfred Gebhardt wurde 1935 in Forst geboren. Im Jahre 1949 begann er eine Lehre als Maler bei Richard Senger und Erich Roch. Bis 1958 war er in diesem Beruf tätig. Nach einem Unfall war dies nicht mehr möglich. Er begann, sich verstärkt der künstlerischen Malerei und der Musik zuzuwenden, arbeitete im Forster Zirkel für Bildende Kunst wie Gottfried Junghanns unter Lothar Pfeifer. Nach einer Umschulung zum Gebrauchswerber folgte 1964 ein Pädagogikstudium am Institut für Lehrerbildung Altdöbern, im Anschluss ein Fernstudium in der Fachrichtung Kunsterziehung. Bis 1991 war er als Kunsterzieher und Instrumentallehrer an der Musikschule tätig, leitete den Kurs Malerei und Grafik. Seine Werke wurden regelmäßig im In- und Ausland ausgestellt. Seit 1995 widmet er sich wieder zunehmend der Musik und der Malerei. Seine Bilder haben einen romantischen Zug, der sich mit der Realität zu vermischen scheint. Auch seine zweite Leidenschaft, die Musik, ist in vielen seiner Stillleben zu finden. Vorwiegend arbeitet er mit Aquarell und Öl auf Hartfaser, aber auch Federzeichnungen, Gouache, Bleistift und Kreidelithografie gehören zu seinen Techniken. Zu seinen ersten Werken zählt "Großmutter Rosa K. " aus dem Jahre 1965.

Landschaften von Jürgen Roy

Jürgen Roy wurde 1939 in Forst geboren. Während seiner Lehrzeit im Malerhandwerk besuchte er den Malzirkel unter der Leitung von Erich Roch und Alfons Jagel, war Mitglied der Arbeitsgruppe Bildende Kunst bei Lothar Pfeifer, die 1960 mit dem Carl-Blechen-Preis III. Klasse geehrt wurde. 1962 legte er die Meisterprüfung im Malerhandwerk ab, war bis 1967 Lehrausbilder in der PGH Baugilde. In der Zeit von 1964 bis 1968 nahm er an Malerei- und Grafikkursen bei Paul Pedak und Bruno Konrad teil, 1968 wurde er Mitglied der AG Malerei und Grafik in Cottbus bei Christa Rippl. Später arbeitete er als Werbegrafiker. 1985 übernahm er die Leitung des 1. Kunstpleinairs in Forst und war als Grafiker im Betrieb für Technische Gebäudeausrüstung tätig. Jürgen Roy nimmt regelmäßig an Ausstellungen in der Region und im Ausland teil. Heute ist er Leiter eines Malereikurses für Kinder und Erwachsene. Gerade in seinen Landschaftsbildern findet man wild romantische Naturstimmungen, hohe Himmel, niedrige Horizonte, aber auch tageszeitliche Lichtstimmungen wie Sonnenauf- und Sonnenuntergänge. Jürgen Roy arbeitet mit verschiedenen Techniken von Aquarell und Öl über Tempera und Pastell bis hin zur Kreide, Feder oder Radierung. Ein Besuch in der Hohen Tatra 1961 inspirierte ihn zu einem seiner ersten Werke: "Flüsschen in Stary Smokovec " .