Heinrich Graf von Brühl
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Ausstellungsarchiv

Heinrich Graf von Brühl und die Herrschaft Forst - Pförten

Ausstellung in deutscher und polnischer Sprache

ab 13. September 2003 bis 15. Februar 2004

Informationen

Am 12. September wurde im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (L.) eine neue Ausstellung eröffnet. Sie trägt den Titel "Heinrich Graf von Brühl und die Herrschaft Forst-Pförten". Es ist die erste Ausstellung des Museums, welche in deutsch und polnisch ausgearbeitet wurde. Nach dem Ausstellungsende in Forst am 15. Februar 2004, soll sie als Wanderausstellung weiter ins polnische Nachbarland gehen.

Bereits die Eröffnungsveranstaltung versprach ein Höhepunkt zu werden. Ein Orchester der Musikschule Sagan, welche überregional für ihre hochwertigen musikalischen Darbietungen bekannt ist, hat ein Konzert gegeben. Außerdem hatten zwei Vertreter der Familie der Grafen von Brühl ihr Kommen zugesagt.

Die Zeit, in welcher Heinrich der Graf von Brühl (1700-1763) die Herrschaft Forst-Pförten sein Eigen nannte, war zwar mit rund zwanzig Jahren relativ kurz, doch für das Herrschaftsgebiet sehr prägend. Seit 1740 Kurfürstlich-Sächsischer und Königlich-Polnischer Premierminister, erwarb Brühl im selben Jahr die Herrschaft Pförten in der Niederlausitz. Er machte die Stadt Pförten zum Aufenthaltsort des sächsischen Hofes auf dessen Reisen zwischen Dresden und Warschau. Entsprechenden Glanz verlieh Heinrich Graf von Brühl dem Pförtener Schloss mit dessen Nebengebäuden sowie der Stadt selbst. Eng verknüpft mit der Geschichte des Schlosses ist die Geschichte des legendären Schwanenservices aus Meissener Porzellan.

Seit 1746 gehörte auch die Herrschaft Forst zum Brühlschen Besitz. Bereits 1744 ließ er im nicht mehr seinem Zweck dienenden Forster Schloss die erste Tuch- und Leinenmanufaktur der Stadt einrichten. Brühl leistete damit seinen Beitrag für einen späteren Aufstieg der Stadt Forst zu einem bedeutenden Standort der Textilindustrie. Nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1748 ließ er die Stadtanlage durch den sächsischen Oberlandbaumeister Knöffel völlig neu überplanen und sorgte für finanzielle Unterstützung der Bürger beim Wiederaufbau ihrer Häuser.

Heinrich Graf von Brühl, 1700 in Weißenfels/Thüringen geboren, aufgestiegen vom Pagen bis zum Premierminister der sächsischen Kurfürsten und polnischen Könige August II. und August III. war seit dem Ende der 1730er Jahre treibende Kraft der Politik August III. Entsprechend tief war sein Fall nach der Niederlage Sachsens im Siebenjährigen Krieg 1763. Im selben Jahr verstarb Heinrich Graf von Brühl und wurde auf eigenen Wunsch in der Forster Stadtkirche St. Nikolai beigesetzt. Sein Sohn Friedrich Aloys von Brühl übernahm als Erbe die Herrschaft Forst-Pförten. Sie blieb bis 1945 im Familienbesitz.

Die Ausstellung im Brandenburgischen Textilmuseum Forst (L.) zeigt die Entwicklung der Herrschaften Pförten und Forst insbesondere unter dem Grafen Heinrich von Brühl sowie seiner Nachfolger. Dokumentiert werden außerdem bisher wenig bekannte Aspekte, Abbildungen und Pläne der Pförtener Schloss- und Gartengeschichte. Als kunstgeschichtliches Highlight erwarten den Besucher Teile des weltbekannten Schwanenservices.