Faszination Landschaft
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Ausstellungsarchiv

„Faszination Landschaft“ – Manfred Ewersbach – Aquarelle, Collagen, Pastelle und Ölbilder

 

Ausstellung vom 16. Januar 2009 bis 15. März 2009

 

Zur Person:

1937

in Berlin geboren

Schulzeit, Abitur und Studium (Humboldt-Universität)
 

Ab 1965

Fachlehrer für Biologie und Chemie, gleichzeitig intensive Beschäftigung mit der Malerei
 

1970

erste Ausstellungsbeteiligungen in Guben, Cottbus, Leipzig und Berlin
 

1983

Leiter eines Malzirkels im Chemiefaserwerk Guben
 

Seit 1985

Teilnahme an Bezirksausstellungen des bildnerischen Volksschaffens in Cottbus
 

1986-1989

Leiter der Sektion Kultur und Kunstwissenschaft bei der URANIA (Kreisvorstand Guben)
 

1991

Mitbegründer der Gubener Kunstgilde e.V. und Leiter des Zirkels für Malerei und Grafik
 

1993-2005

Geschäftsführer der Gubener Kunstgilde e.V.
 

1999, 2000, 2001, 2003

Künstlerischer Leiter von vier „Internationalen Malerpleinairs“ in Deulowitz, Burg und Forst (Lausitz)
 

Einladung zum Entdecken

Mehr als 80 Besucher sind zur Vernissage der Ausstellung „Faszination Landschaft“ des Taubendorfer Malers Manfred Ewersbach ins Brandenburgische Textilmuseum Forst gekommen. Absichtlich habe er keine Winterbilder ausgestellt, sagte der 71-Jährige angesichts des trüben Wetters. Die anderen Jahreszeiten sollten aufmuntern. Besonders der Herbst biete dem Maler die besten Entfaltungsmöglichkeiten.

Wege in der Landschaft, sei es in der Lausitz oder im thailändischen Urwald, fesseln den Taubendorfer Maler Manfred Ewersbach, der mehr als hundert Bilder im Brandenburgischen Textilmuseum in Forst zeigt. Auf den Tag genau vor 30 Jahren habe Ewersbach seine erste Personalausstellung eröffnet, wies Dagobert Schwarz in seiner Laudatio auf eine Besonderheit hin. Der Schriftsteller, Ewersbach in Freundschaft verbunden, hob hervor, wie der Maler um Ausgleich bemüht sei und den Austausch suche. Zahlreiche Besucher der Vernissage waren aus Guben gekommen, wo der Taubendorfer seit mehr als zwei Jahrzehnten die Kunst-Szene prägt. Ewersbach selbst tat alles, um der Vernissage Lockerheit zu geben („...dieses Museum ist sehr gefragt: Dass man mich genommen hat, ist eine freundliche Sache...“), freute sich über den Auftritt seines achtjährigen Enkels an der Trompete („...ich hätte auch die Berliner Philharmoniker haben können, dachte aber: Gib dem Nachwuchs eine Chance...“) und erklärte das Vorhandensein des einzigen Porträts in der mehr als hundert Bilder umfassenden Ausstellung. Die Tuschezeichnung seiner damals 54-jährigen Mutter Katharina aus dem Jahr 1974 ist ein bildlicher Dank: „Sie hat mich immer ermuntert, weil sie so lieb war und immer an mich geglaubt hat, habe ich ihr die Ausstellung gewidmet.“ Zur Ermunterung gehörte der erste Auftrag an den damals etwa 25-Jährigen – die Ausgestaltung des Bades. Ewersbach entschied sich für den Stil der Brücke-Maler.

Das Malen war bis zu seinem Ruhestand nie sein Beruf. Der Biologie-Lehrer hatte während des Studiums quasi nebenbei Zeichenunterricht. Die Darstellungen eines damaligen Professors befänden sich teilweise noch heute in Lehrbüchern, erzählt Ewersbach, den der Zufall in die Richtung der Malerei führte – ein Buch von Leopold Zahn. Seit 44 Jahren malt er, seit 25 Jahren gibt Ewersbach seine Erfahrungen als Lehrender weiter. „Er ist Lehrer und er wird immer Lehrer bleiben“, so Schwarz in seiner Laudatio.

Die Darstellungen von Natur- und Stadt-Landschaften aus der Region, aber vor allem auch aus Thailand und England zeugen von dem Können, dass sich Manfred Ewersbach in den vergangenen Jahrzehnten angeeignet hat. In der Hauptsache sind es Aquarelle, „weil sich da das Motiv sehr schnell erfassen lässt“. Seine Motive vom Gardasee geben beredtes Beispiel dafür, warum Malerei den Charakter eines Ortes manchmal besser festhalten kann als jedes bunte Urlaubsfoto. In Öl gemalte Landschaften wie der „Dschungelweg in Kata“ oder der im gleichen Jahr entstandene „Weg zum Wirchensee“ halten farbliche Details und Stimmungen fest. Ergänzt durch Pastelle, Collagen und Acryl-Bilder ergibt es eine Ausstellung, deren Vielfalt und Umfang am Ende nur durch den zur Verfügung stehenden Raum gebremst wurden.

Selbst die Bilder entdecken – dazu forderte Dagobert Schwarz die Besucher der Ausstellung auf, die bis zum 15. März im Brandenburgischen Textilmuseum zu sehen ist. „Sie werden möglicherweise etwas vollkommen anderes sehen als die Kunstkritiker.“
Von Jürgen Scholz