Ich bin mit´s Rad
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Ausstellungsarchiv

Ich bin mit´s Rad

Fahrradgeschichte und die Entwicklung des Forster Radsportes

31. März 2000 bis 14. Mai 2000

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Grußworte

Bilder von der Ausstellungseröffnung und von Veranstaltungen

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Polizeisportverein 1893 Forst (L.) e.V. Polizeisportverein 1893 Forst (L.) e.V. Ausstellungseröffnung Ausstellungseröffnung
Heinz Rühmann in strichdurch die auf der forster
Ausstellung Ausstellungseröffnung
Schüler besichtigten im Technikunterricht die Sonderausstellung Schüler mit dem Radsportler Frank Schneider

Informationen zur Ausstellung

"Ja, wir sein mit's Radl da"

dieses alte, deutsche Volkslied hat die neue Sonderausstellung "Ich bin mit's Rad" Fahrradgeschichte und die Querschnitte des Forster Radsports, am Freitag,  dem 31. März 2000 um 19.30 Uhr im Museum, eröffnet.
Der Museumsverein der Stadt Forst (L.) e. V. zeigt vom 31. März 2000 bis zum 14. Mai 2000 eine Ausstellung mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Technikmuseums Berlin und des Polizeiradsportvereins 1893 Forst (L.) e. V., imBrandenburgischen Textilmuseum Forst (L.). 
 
Für jeden Fahrradfahrer sollte der Besuch dieser Ausstellung eine historische Zeitreise zu den Erfindern des Rades und Fahrrades sein, ohne deren Erfindungen und Verbesserungen wir heute auf keinem Mountainbike oder Rennrad fahrenwürden.
 
Die Ausstellungsstücke des Polizeiradsportvereins 1893 Forst (L.) e. V. bietendem Besucher einen breiten Querschnitt der Forster Radsportgeschichte aus derVergangenheit und der Gegenwart. Sie zeugen davon, dass unsere Stadt Forst (L.)nicht nur eine Fahrrad - Stadt ist, sondern auch eine Stätte des kleinen und 
großen Radsports.

Grußworte Kurt Fischer
Polizeisportverein 1893 Forst (Lausitz) e.V.

Werte Damen und Herren,

anläßlich der Eröffnung der Sonderausstellung des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz) e. V. "Ich bin mit´s Rad" Fahrradgeschichte und die Entwicklung des Forster Radsports im Brandenburgischen Textilmuseum Forst, wurden wir als zur Zeit einziger Forster Radsportverein gebeten, einen kurzen Abriss der geschichtlichen Entwicklung mit darzustellen.

Der Forster Radsport ist sehr eng mit der Radrennbahn in der Spremberger Straße verbunden. Gestatten Sie mir deshalb, am Anfang etwas zur Geschichte und Zukunft der Radrennbahn zu sagen:

Unsere Radrennbahn wurde am 17.Juni 1906 mit einem Steherrennen eröffnet. Zur Eröffnungsveranstaltung waren ca. 10.000 Zuschauer anwesend. Als erster Sieger eines Steherrennens in Forst wurde Sportkamerad Heidenreich geehrt. In den späteren Jahren erlangte die Lausitzer Sportanlage Weltruhm, so wurde hier 1932 ein Film mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle gedreht.

Durch Kriegseinwirkungen wurde die Sportanlage stark zerstört und konnte erst ab dem 8. September 1951 nach Instandsetzung wieder genutzt werden. Das offizielle Wiedereröffnungsrennen am 22. Mai 1952 wurde von 14.000 Zuschauern bei strahlendem Sonnenschein auf der neu hergestellten Zementpiste verfolgt. In den 50er und 60er Jahren fanden viele interessante Steher- und andere Bahnwettkämpfe statt.
Ein besonderer Liebling des Forster Publikums war der aus der Region stammende Ronny Maraun, der bei den DDR-Meisterschaften am 27.Juli 1952 vor 15.000 Zuschauern den Siegerlorbeer eines DDR-Stehermeisters errang. In den 70er und 80er Jahren trainierten und feierten spätere Olympiasieger, Weltmeister und Europameister auf dieser Bahn in Forst.

Bekannte Sportler wie Lutz Heßlich, Lothar Thoms, Bernd Drogan fanden hier ausgezeichnete Trainingsbedingungen. Am 21.August 1965 zur 700-Jahr-Feier der Stadt Forst konnte auf neuer Zementpiste eine weitere Bahnprämie gefeiert werden.
Eine erneute Auszeit erlebte die Rennbahn von 1992 bis 1994, wo umfangreiche Sanierungsarbeiten (mit einem Gesamtvolumen von ca. 1,4 Millionen Mark) durchgeführt wurden.

Anläßlich der Europameisterschaft der Steher im Jahr 1996 wurde unsere Bahn als:
Die schönste offene Radrennbahn Europas tituliert. Die Organisation und der Verlauf der Europameisterschaft 1996, sowie die hervorragenden Zuschauer und die ausgezeichnete Bahnanlage führten dazu, daß der PSV Forst durch die UCI (internationale Radförderation) 1998 mit der erneuten Ausrichtung einer Europameisterschaft beauftragt wurde.

Im weiteren möchte ich einen kurzen Abriss zur Geschichte der Radsportvereine in Forst geben.
Der erste unbekannte Forster Radsportclub datiert aus dem Jahr 1885, mit dem Vereinslokal Gaststätte zum Schulzen am Markt.
Insgesamt gab es in Forst vor dem Krieg 15 Radfahrvereine bzw. -clubs. Davon wurden vier Arbeitersportvereine 1933 aufgelöst, die Geschichte der übrigen Vereine endete 1945.
Nach dem Krieg haben sich die BSG Lok Forst und die SG Dynamo Forst Sektion Radsport gegründet. Die Sektion Radsport der BSG Lok hat sich 1992 aufgelöst, so dass gegenwärtig die am 2. April 1963 gegründete Abteilung Radsport des Polizeisportvereins Forst als einziger Radsportverein verblieben ist.

Die jüngste Geschichte des Forster Radsports ist mit dem Namen Otto Friedrich als Trainer und Organisator eng verbunden. Er wurde zum Leiter des 1970 in der SG Dynamo gegründeten Trainingszentrums Radsport berufen und hat dies bis 1990 geleitet.
Aus dem Trainingszentrum sind viele gute Radrenner hervorgebracht worden. So unter anderem Reiner Salan (später selbst Trainer im Trainingszentrum), Gerald Buder , Uwe Wegemund, Heiko Szonn sowie Andreas Klöden vom Team Telekom der in diesem Jahr Paris-Nizza gewann.
Der Polizeisportverein 1893 Forst, hervorgegangen aus der in den 50er Jahren gegründeten SG Dynamo Forst, betreibt seit vielen Jahren mit Herrn Otto Friedrich an der Spitze ein Organisationsbüro für Bahn- und Straßenrennen im Auftrag der Stadt Forst.

In der jüngsten Geschichte seit 1990 hat der Verein 26 Deutsche Meisterschaften auf der Bahn und Straße ausgerichtet. Höhepunkte waren natürlich die bereits erwähnten Europameisterschaften der Steher in den Jahren 1996 und 1998 auf der Forster Radrennbahn. Damit sind wir deutschlandweit absolute Spitze in der Organisation und Durchführung solcher Meisterschaften. Obwohl wir erst wenige Jahre dem Bund Deutscher Radfahrer angehören, gibt es keinen zweiten Verein, der auf eine solche Anzahl ausgerichteter Meisterschaften verweisen kann. Bisher haben wir jährlich vier attraktive Steherrennen in den Monaten Mai, Juni, Juli und September auf der Radrennbahn durchgeführt, die auch für die nächsten Jahre geplant sind. Für das Jahr 2000 wurde der Veranstaltungskalender auf 5 weitere sportlich-kulturelle Veranstaltungen auf dem Gelände der Radrennbahn aufgestockt.

Dem Museumsverein mit Frau Jung an der Spitze, möchte ich nochmals recht herzlich für die Möglichkeit, unseren Verein in der Ausstellung zu präsentieren, danken.
Ich wünsche der Ausstellung recht viele Besucher und erhoffe einen weiteren Aufschwung im Forster Radsport und in unserem Verein.