MUSEUMSVEREIN
der Stadt 
Forst (Lausitz) e.V.

Handwerk in Forst   

 

 

 

 

 

 

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Ausstellungsarchiv

Handwerk in Forst - Tradition und Zukunft

mit

Weihnachtsausstellung

"Damit habe ich auch mal gespielt!"

30. September 2016 bis 22. Januar 2017

Zunftstab, Goldwaage, Brotzeichenstempel

(Sammlung: Brandenburgisches Textilmuseum)

Bekannt ist die Stadt Forst (Lausitz) vor allem für ihre jahrhundertealte Tuchmachertradition und die daraus hervorgegangene Textilindustrie. Doch zeitgleich mit den Tuchmachern übten bereits im ausgehenden 14. Jahrhundert u. a. Leineweber, Schuhmacher, Schneider, Tischler, Schmiede, Kürschner, Böttcher und Töpfer ihr Handwerk in der Stadt aus, seit Mitte des 16. Jahrhunderts auch Walker, Tuchscherer und andere bei der Tuchherstellung benötigte Gewerke.

Anfangs waren die Schuhmacher und Leineweber die stärksten Handwerkerinnungen. Das Tuchmachergewerbe wurde im 19. Jahrhundert zum Haupterwerbszweig der Forster Bürger. Das Braurecht war eine weitere Erwerbsquelle.

Ein großer Teil der Gewerke war in Zünften organisiert. 1418 erhielten die Forster Tuchmacher durch ihren Stadtherrn ein Tuchmacherprivileg. Von der Gegenreformation aus Schlesien vertrieben, kamen 1628 Tuchmacher aus Grünberg und 1656 aus Meseritz, Lissa und Fraustadt nach Forst und in andere Städte der Niederlausitz. 1690 waren hier 50 Tuchmachermeister registriert.

Zu Recht wird bei historischen Darstellungen zur Stadt Forst (Lausitz) das Tuchmacherhandwerk in den Vordergrund gestellt, hat es doch der Stadt zu ihrer einstigen Größe verholfen. Aber gerade deshalb spielt in der Ausstellung die Vielseitigkeit des Forster Handwerks vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine Rolle.

Die Ausstellung ermöglichte einen Blick zurück, auf historische Gewerke der Stadt, wie Zinngießer, Weißgerber, Klavierbauer. Diese gehören längst der Vergangenheit an. Doch zahlreiche Handwerkszweige, welche ihre Wurzeln bereits im Mittelalter haben, gibt es noch heute. Dahinter steht oft eine jahrzehntelange Familientradition. So gab es Einblicke in die Arbeitswelt von Böttcher, Schmied, Sattler, Glaser, Uhrmacher und vielen mehr.

Und dass Handwerk auch heute Perspektiven bieten kann, zeigte die Forster Posamentenmanufaktur, ein Handwerkszweig mit Tradition, aber erst seit wenigen Jahren erneut in der Stadt etabliert.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch ein museumspädagogisches Programm, u. a. für Schulklassen, dass es ermöglichte, bestimmte Handgriffe selbst auszuprobieren oder den Handwerkern bei der praktischen Arbeit „über die Schulter zu schauen“.