Abgestaubt-Ausstellungsstüke aus 115 Jahren Museum
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Ausstellungsarchiv

16. März - 8. Juni 2014

"Abgestaubt"

Sammlungsstücke aus 115 Jahren Museum

Bei der Sonderausstellung „Abgestaubt!“ – so der etwas zweideutige Titel - handelte sich eher um eine Depotausstellung als um eine thematische Ausstellung. Abgestaubt wurden verschiedenste Nähmaschinen von der guten alten Singer bis zur elektrischen Veritas, schwerste kohlebeheizte Bügeleisen bis zum elektrischen Reisebügeleisen. Auch verschiedene Radio-, Tonband- und Fernsehgeräte rufen Erinnerungen wach. Orden und Abzeichen zeigen nur eine kleine Auswahl aus der umfangreichen Museumssammlung. – Alles Sammlungsstücke aus 115 Jahren Forster Museum, dessen Geschichte wie die der meisten Regional- und Heimatmuseen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann. Die Erste Ausstellung befand sich im ehemaligen Jahnschen Schloss inder Forster Kirchestraße, später im Alten Amt. 1942 hatte das Museum einen Sammlungsbestand von 4.700 verzeichneten Objekten. Mit dem 2. Weltkrieg begann eine Odyssee des Forster Museums bzw. seiner Sammlung. Das Alte Amt wurde stark zerstört. Von da an konnten mindestens neun Umzüge der Museumssammlung anhand von Aufzeichnungen bzw. Pressemitteilungen nachvollzogen werden. Für den Sammlungsbestand bedeutete dies nahezu eine Katastrophe, da sich unter den Domizilen kaum wirklich museumsgeeignete Räumlichkeiten befanden. Als es die politische Lage 1990 erlaubte, ließen Forster Bürger ihren Protest gegen den unzumutbaren Zustand des Museums laut werden. Mit dem Ziel der Bewahrung der historischen Identität ihrer Stadt sowie ihres sichtbaren Gedächtnisses gründeten sie 1991 den „Museumsverein der Stadt Forst (Lausitz) e.V.“. Im selben Jahr beschlossen die Stadtverordneten, nicht zuletzt auf Initiative des Vereins, den Aufbau eines Textilmuseums unter Einbindung der stadtgeschichtlichen Sammlung. Nach dem 1995 das Textilmuseum eröffnet werden konnte, gibt es leider noch immer keine dauerhafte stadtgeschichtliche Ausstellung. Und immer wieder taucht die Frage auf, was sich hinter den Museumsmauern außerhalb der Ausstellungen noch so verbirgt. Um diese Frage ansatzweise zu beantworten, zeigte das Museum einmal keine thematische Ausstellung. Stattdessen wurden Objekte ans Licht geholt, welche bisher selten oder noch gar nicht den Weg in eine Ausstellung gefunden haben. Sollte sich jemand gemacht die Mühe und die ausgestellten Objekte gezählt haben, wird er auf rund 500 gekommen sein, was wiederum bedeutet, dass sich weitere 99 Prozent des Sammlungsbestandes dennoch im Depot befanden. Das ist aber grundsätzlich kein Problem, denn die wichtigste Aufgabe eines Museums ist neben der Ausstellung die Bewahrung und Erhaltung der materiellen Belege des Menschen und seiner Umwelt. So haben also manche Ausstellungsstücke trotz zahlreicher Umzüge bereits zwei Weltkriege überstanden, andere wurden erst in den letzten zehn Jahren im Museum abgegeben.