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26. Mai - 8. Juli 2018

125 Jahre

Forster Stadteisenbahn

"Schwarze Jule"

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Tuchindustrie zum bedeutendsten Industriezweig der Stadt Forst. Seit dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz im Jahr 1872 kamen Rohstoffe für die Industrie schneller und in großen Mengen an, Waren konnten schneller versandt werden. Die Maschinen in den Fabriken wurden vorwiegend durch Dampf angetrieben. Hierzu waren große Mengen Kohle nötig. Abbaugebiete lagen vorerst im Raum Kölzig und Döbern. Bis zum Anschluss an die Bahnlinie im Jahr 1891 brachten Pferdefuhrwerke die Kohle nach Forst. Auch der Güterverkehr zwischen Bahnhof und Fabriken erfolgte mittels Pferdefuhrwerken. Dies führte in der weiteren Entwicklung der Industriestadt zu erheblichen Engpässen. Eine Lösung des Problems versprach ein Angebot der Lokalbahn-AG München, welches für jede Fabrik der Stadt einen eigenen Gleisanschluss vorsah. Auf dem Staatsbahnhof ankommende Güterwaggons konnten auf Rollböcken direkt zum Empfänger transportiert werden. 1893 wurde die Forster Stadteisenbahn eröffnet. Ihre gesamte Streckenlänge mit einer Spurweite von einem Meter betrug 1927 rund 24 km bei 98 angeschlossenen Fabriken. Nach dem II. Weltkrieg leistete die Bahn bei der Enttrümmerung der stark zerstörten Stadt wertvolle Dienste. Nachdem sich die Wirtschaft wieder erholt hatte, transportierten Züge täglich rund 70-80 Waggons durch die Stadt. Wegen des immer stärker werdenden Kraftverkehrs wurde die Bahn in den 1960er Jahren jedoch zunehmend zum Verkehrshindernis. Am 31. August 1965 stellte sie ihren Betrieb ein. Der größte Teil der Lokomotiven wurde im Laufe der Jahre verschrottet. Einzig die Lok Nr. 36 fand den Weg in das Verkehrsmuseum Dresden und im Jahr 2012 als Dauerleihgabe wieder zurück nach Forst. Doch auch wenn die Lokomotiven aus dem Stadtbild verschwunden sind, in den Köpfen der Menschen existiert die im Volksmund "Schwarze Jule" genannte Stadteisenbahn weiter.

Die Ausstellung vermittelt dem Besucher Auszüge aus der bewegten Geschichte dieses besonderen Forster Transportmittels. Neben originalen Ausstellungsstücken und Kopien aus dem Betrieb der Bahn lassen Modellbahnplatten die "Jule" im Kleinformat wieder lebendig werden.  

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